Erstes Telefonat zwischen Bush und Chirac seit zwei Monaten

16. April 2003, 11:05
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Absicht zu "pragmatischer" Regelung der Nachkriegsordnung im Irak

Paris - Der französische Präsident Jacques Chirac und US-Präsident George W. Bush haben erstmals seit zwei Monaten miteinander gesprochen. Das Telefonat über die Irak-Krise habe am Dienstag stattgefunden, teilte das Pariser Präsidialamt am Abend mit. Das Gespräch sei auf Chiracs Initiative zustande gekommen und habe 20 Minuten gedauert. Chirac habe seinen Willen zu erkennen gegeben, die Nachkriegsordnung im Irak "pragmatisch" zu regeln.

Der französische Staatschef hatte sich gegen den Krieg der USA und ihrer Alliierten im Irak gestellt. Dies hatte zu einem heftigen Tauziehen in den Vereinten Nationen geführt, wo Frankreich ein Veto gegen jegliche Resolution angedroht hatte, die den Krieg ausdrücklich rechtfertige. Nachdem die Alliierten inzwischen die größten Städte des Irak erobert hatten, besteht weiter keine Einigkeit über die künftige Rollenverteilung. Chirac hatte wiederholt gefordert, die Vereinten Nationen müssten in der Nachkriegs-Ordnung eine "zentrale Rolle" übernehmen. Dagegen lehnten US-Regierungsvertreter eine Führungsrolle der UNO ab. (APA)

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    Begraben Bush und Chirac das Kriegsbeil?

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