Hartes Vorgehen gegen Karadzic-Unterstützer angekündigt

15. April 2003, 17:38
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Finanzieller Unterstützerring Karadzic soll zerschlagen werden - Ashdown kündigt hartes Vorgehen gegen mutmaßliche Kriegsverbrecher an

Sarajewo - Die vom Briten Paddy Ashdown geleitete Protektoratsbehörde des Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina hat heute, Dienstag, ein hartes Vorgehen gegen mutmaßliche Kriegsverbrecher angekündigt. Die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, den finanziellen Unterstützerring des vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gesuchten ehemaligen bosnisch-serbischen Präsidenten Radovan Karadzic zu zerschlagen, gingen weiter. Dies betonte Ashdown-Sprecher Kevin Sullivan am Dienstag gegenüber der APA, einen Tag nach der Festnahme des serbischen Geschäftsmannes und früheren bosnisch-serbischen Vize-Innenministers Momcilo Mandic.

Konten Mandics gesperrt

Ashdown hatte bereits Anfang März alle bosnischen Konten Mandics sperren lassen, der während des Krieges zwischen 1992 und 1995 mehrere Ministerämter in Karadzics Republika Srpska bekleidet hatte. Mandic behauptet, Karadzic 1994 das letzte Mal gesehen zu haben. Ihm wird vorgeworfen, im Auftrag des nach Kriegsende untergetauchten Karadzic ein kriminelles Netzwerk aufrecht zu erhalten, das in Frauen-, Waffen- und Drogenhandel am Balkan verwickelt sei.

Sullivan begrüßte die Festnahme Mandics durch serbische Sicherheitskräfte, kritisierte jedoch die "anhaltende Untätigkeit" der bosnisch-serbischen Behörden, bei der Suche nach weiteren Unterstützern Karadzics sowie mutmaßlichen Kriegsverbrechern mit den internationalen Organisationen zu kooperieren. "Der Kampf gegen die organisierte Kriminalität kann nicht auf ein Land begrenzt bleiben. Die Führung der Republika Srpska täte deshalb gut daran, in Zukunft dem vorbildlichen Vorgehen der Regierung in Belgrad zu folgen."

Kontakte zwischen Mandic und Mördern Djindjics vermutet In einem Interview mit der in Sarajewo erscheinen Tageszeitung "Oslobodjene" hatte der frühere bosnisch-serbische Premierminister Milorad Dodik am Sonntag erklärt, ihm lägen Erkenntnisse der NATO-geführten Bosnien-Schutztruppe SFOR vor, die Kontakte zwischen Mandic und den Mördern des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic belegen würden.(APA)

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