Protestanten nehmen Entwaffnungsgespräche wieder auf

16. April 2003, 20:09
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Konkreten Friedensplans könnte bereits am Donnerstag präsentiert werden

Belfast - Nach ermutigenden Signalen der nordirischen Untergrundorganisation IRA hat die größte protestantische Extremistengruppe am Mittwoch neue Entwaffnungsgespräche aufgenommen. Vertreter der probritischen Ulster Defense Association (UDA) trafen in Belfast erstmals seit 2001 wieder mit dem Vorsitzenden der Entwaffnungskommission, John de Chastelain, zusammen. Über den Verlauf des Gesprächs wurde nichts bekannt.

In der Vergangenheit hatte die UDA ihre Abrüstung jedoch von der Entwaffnung der IRA abhängig gemacht. Diese hatte in einem vertraulichen Papier an die britische und die irische Regierung am Sonntag Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit De Chastelain genannt.

Friedensplan wird konkret

Nach ermutigenden Signalen der Untergrundorganisation IRA wollen Großbritannien und Irland vermutlich in den nächsten Tagen ihren Friedensplan für Nordirland vorlegen. Die IRA habe insgeheim weitere Zusicherungen zu ihrer geforderten Entwaffnung gemacht, teilten Vertreter beider Regierungen am Dienstag mit.

Mögliche Bekanntgabe am Donnerstag

Der britische Premierminister Tony Blair und der irische Ministerpräsident Bertie Ahern sprachen am Telefon über die mögliche Bekanntgabe am Donnerstag - eine Woche nach dem ursprünglich angesetzten Termin zum Jahrestag des Karfreitagsabkommens von 1998. Mit ihrem gemeinsamen Plan wollen London und Dublin den Friedensprozess neu anstoßen und die vor einem halben Jahr ausgesetzte Allparteienregierung retten. Der Vorschlag sieht unter anderem eine weitere Reduzierung der britischen Truppen, Polizei- und Justizreformen sowie Amnestie für einige flüchtige IRA-Mitglieder vor.

Blair und Ahern hatten ihren Plan nicht wie vorgesehen in der vergangenen Woche unterbreitet, weil sie nicht die erwünschten Zusagen der republikanischen IRA erhielten. Die Regierungschefs verlangten von der IRA klare Bekenntnisse zu einem dauerhaften Waffenstillstand und eine öffentliche Entwaffnung. (APA/AP)

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