Berlin legt Börsengang der Deutschen Bahn auf Eis

15. April 2003, 14:48
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Imageschaden durch neues Preissystem

Köln - Die deutsche Bundesregierung will den für 2005 geplanten Börsengang der Deutschen Bahn nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" vorerst auf Eis legen. Der Verkauf von Bahn-Aktien über die Börse komme "in absehbarer Zeit nicht in Frage", berichtet die Zeitschrift unter Berufung auf Regierungskreise in ihrer am Mittwoch erscheinenden Ausgabe. Ein Grund für diese Entscheidung sei das ramponierte Image des Konzerns, dessen Probleme im Personenverkehr nicht zuletzt auf das umstrittene neue Preissystem zurückzuführen seien.

"Eine Menge Geld verloren"

Zusätzlich hätten die Erfahrungen mit dem Börsengang der Deutschen Telekom die Regierung im Fall der Bahn zum Rückzug veranlasst, heißt es weiter. "Viele Aktionäre haben eine Menge Geld verloren. Die Privatisierung der Telekom ist ein Beispiel, aus dem wir gelernt haben", sagte ein Regierungsvertreter laut "Capital". Offiziell soll demnach weiterhin eine Kommission aus Staatssekretären der Bundesministerien für Finanzen, Umwelt, Verkehr und Wirtschaft bis Juni eine Expertise zum Verkauf der bundeseigenen Bahn erstellen. Bisher hatte die Bundesregierung einen Börsengang der Bahn Anfang 2005 in Aussicht gestellt. (APA)

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