Mossul: Mindestens zehn Tote bei Schusswechsel

15. April 2003, 17:25
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US-Soldaten schießen in Menge - Proteste gegen neuen Gouverneur - Erste Opferbilanz des Irak-Kriegs

Mossul/Bagdad - In der nordirakischen Stadt Mossul sind bei einer Schießerei mindestens zehn Menschen getötet und viele verletzt worden. Nach Darstellung eines Notarztes des städtischen Krankenhauses ereignete sich der Schusswechsel am Sitz der Provinzregierung. Möglicherweise seien dabei hundert Menschen verletzt worden.

Augenzeugen berichteten, US-Soldaten hätten auf eine Menge aufgebrachter Demonstranten geschossen, die gegen den neuen Gouverneur der Stadt, Mashan el Guburi, demonstrierten. Guburi habe zuvor eine proamerikanische Rede gehalten. Nach Angaben einer AFP-Korrespondentin flog ein US-Militärflugzeug im Tiefflug über die Stadt. In den vergangenen Tagen hatte es in Mossul Gefechte zwischen Kurden und Arabern gegeben, bei denen nach Krankenhausangaben bis zu 20 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt wurden. Die US-geführten Streitkräfte hatten die strategisch wichtige Ölstadt am Freitag unter ihre Kontrolle gebracht.

Opferbilanz

Drei Wochen nach Beginn des Irakfeldzugs lässt sich indes eine erste Bilanz aus US- und irakischen Quellen erstellen: Mindestens 149 Soldaten der amerikanisch-britischen Koalition wurden getötet und 495 verwundet - unter anderem auch durch die Explosion von Munition und versehentlichen Beschuss durch eigene Truppen ("friendly fire").

Nach Schätzungen der US-Armee sind mindestens 2300 irakische Soldaten getötet worden. Etwa 1200 Zivilisten kamen nach Angaben des gestürzten irakischen Regimes um. 7300 irakische Soldaten sind in Kriegsgefangenschaft. Mindestens zehn Journalisten starben. Die militärischen Kosten des Krieges sollen sich auf bisher über 25 Milliarden Dollar belaufen. (AFP, dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 16.4.2003)

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