Genetische Entschlüsselung liefert "keine Wunderwaffe"

16. April 2003, 11:15
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Die Sequenzierung des neuen Typs des Corona-Virus sei zwar ein wissenschaftlicher Durchbruch aber kein Lösungsansatz

Auch nach der Entschlüsselung des genetischen Codes des mutmaßlichen SARS-Virus ist nach Ansicht von Experten kein wirksames Medikament in Sicht. Mit Hilfe der Gen-Daten könnten zwar neue Diagnoseverfahren entwickelt werden, bis Arzneimittel oder Impfstoffe zur Verfügung stünden, könnten aber Wochen oder Monate vergehen, sagte die Leiterin des US-Zentrums für Seuchenkontrolle, Julie Gerberding.

Hinweise auf den Ursprung der gefährlichen Infektionskrankheit werden die neuen Erkenntnisse nach Ansicht Gerberdings zunächst nicht liefern. Die Sequenzierung des neuen Typs des Corona-Virus sei zwar ein wissenschaftlicher Durchbruch. "Aber sie ist nicht die Wunderwaffe zur Behandlung von SARS."

"Wenig hilfreiche Sicherheitsmaßnahmen"

Unterdessen protestierte der Verband der Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum gegen wenig hilfreiche Sicherheitsmaßnahmen, die den Flugverkehr lähmen könnten. Der Verband mit Sitz in Kuala Lumpur beklagte am Dienstag auf seiner Internet-Seite, wegen des Virus und teils unangemessener Reaktionen der Behörden stehe die Luftfahrtindustrie der Region vor ihrer größten Krise. Regierungen, die "in willkürlicher oder kontraproduktiver Form" Reisebeschränkungen verhängten, könnten die wirtschaftlichen Folgen für die Fluggesellschaften weiter verschärfen.

Internationale Konferenz in Taiwan

Internationale Experten wollen ab 20. April zwei Tage lang in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh über Wege zur Bekämpfung der Lungenkrankheit beraten. Epidemiologen aus den USA, Kanada, Japan und Hongkong hätten bereits ihre Teilnahme zugesagt, teilte ein Sprecher der Gesundheitsbehörden in Taiwan am Dienstag mit. Ziel der Konferenz sei zudem, die möglichen Ursachen des Schweren Akuten Atemwegssyndroms zu diskutieren. (APA/AP/AFP/dpa)

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    Julie Gerberding, Leiterin des US-Zentrums für Seuchenkontrolle

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