Vierter Restitutionsbericht vorgelegt

15. April 2003, 13:21
posten

Neun Rückgaben - "Größere Bereiche" stehen noch zur Überprüfung an

Wien - Gemäß des Bundesgesetzes über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen hat das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur nun seinen vierten jährlichen Restitutionsbericht vorgelegt, der den Zeitraum 2001/02 umfasst. Auf zwölf Seiten werden die laufende Arbeiten bei der Provenienzforschung geschildert und die im Berichtszeitraum (Stichtag 3.12.2002) nach dem Rückgabegesetz restituierten Kunstgegenstände aufgelistet.

Ausstände

Während laut Bericht im Bundesmobiliendepot, im Heeresgeschichtlichen Museum, im Technischen Museum und im Museum Moderner Kunst die Überprüfung abgeschlossen ist, stehen im Museum für Angewandte Kunst (MAK), in der Österreichischen Galerie und in der Nationalbibliothek noch "größere Bereiche" zur Überprüfung an. 350 Anfragen und Anträge von Besitzern (oder deren Erben) geraubter Kunstgegenstände seien bis Ende 2002 bei der Kommission für Provenienzforschung deponiert worden, heißt es. Insgesamt wären seit 1998 32 MitarbeiterInnen mit der Überprüfung, Aufarbeitung und Auswertung der vorliegenden Materialien beschäftigt, woraus Kosten von über 1,5 Millionen Euro erwachsen wären.

Während die "systematische Überprüfung der Erwerbungen während der NS-Herrschaft voraussichtlich innerhalb der nächsten beiden Jahre abgeschlossen" sein werde, würde die Aufarbeitung damit zusammenhängender Materialien und die Behandlung der Anfragen und Anträge "noch für längere Zeit Aufmerksamkeit und Wahrnehmung von Seiten der Republik Österreich beanspruchen".

Rückgabe

Neun konkrete Rückgabevorgänge listet der Bericht auf: Die Familie Schiff-Suvero erhielt 155 Tücher und andere Gegenstände aus dem 18. Jahrhundert sowie insgesamt 32 historische Vasen und Glasgefäße aus dem Bestand des MAK zurück, die Familie Rothschild 541 historische Fotografien aus dem Theatermuseum. Gemälde u.a. von Albin Egger-Lienz, Moritz Daffinger, Rudolf von Alt, Anselm Feuerbach und Anton Romako gingen aus der Albertina und der Österreichischen Galerie an weitere fünf anspruchsberechtigte Familien retour. 26 Münzen wurden aus dem Kunsthistorischen Museum Wien an die Erben nach Leo Heymann restituiert, zwei Gegenstände aus dem MAK an die Erben nach Jacques Ziegler.

(APA)

Share if you care.