Klaus: Gegen Interventionen der EU außerhalb Europas

15. April 2003, 13:09
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Klaus gegen Export von Demokratie durch die EU - Tschechiens EU-Beitritt "Ehe der Vernunft, nicht der Liebe"

Hamburg - Der tschechische Präsident Vaclav Klaus ist strikt gegen eine größere sicherheitspolitische Autonomie der EU, die sie zu Interventionen außerhalb Europas ermächtigen würde. In einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte er: "Wir brauchen Europa nicht als Macht, die irgendwo in der Welt interveniert." Früher habe er die Parole "Ausfuhr des Sozialismus" nicht akzeptiert, heute sei er gegen den Export von Demokratie, Revolution oder Transformation der Gesellschaft.

Als eine "Ehe der Vernunft, nicht der Liebe" bezeichnet Klaus den Beitritt seines Landes zur EU, ein Traum sei das "für mich wirklich nicht". Für ein mitteleuropäisches Land, das nicht auf einer Insel oder am Rande Europas liege, sei es "ganz einfach unmöglich, nicht der EU beizutreten". Die Mitgliedschaft sei nicht mehr als ein Stempel, dass Tschechien ein normales, problemloses Land sei.(APA/AP)

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