Nicht weitertrinken

15. April 2003, 13:29
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Alkoholbedingter Blackout führt zu weiteren Trinkexzessen und nachfolgendem Alkoholismus

Austin/Ann Arbor - Teilweises Blackout nach ausgiebigem Alkoholgenuss führt nach Ansicht von Forschern der Universität von Austin, Texas zu weiteren Alkoholexzessen und nachfolgendem Alkoholismus führt, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Wissenschaftler von der University of Michigan berichten von einer weiteren Gefahr des Alkohols. Alkoholisierte erleiden bei Verkehrsunfällen schwerere Verletzungen als Nüchterne.

Niedrigeres Erinnerungsvermögen

Experimente mit Probanden, die moderat Alkohol konsumierten, ergaben, dass Trinker, die teilweise Ausfälle der Erinnerung hatten, generell ein niedrigeres Erinnerungsvermögen hatten. In Fragebögen waren jene Trinker, die unter den Ausfällen litten, auch eher optimistisch was den Konsum von alkoholischen Getränken anging. Die fragmentalen Gedächtnislücken wurden von den Betroffenen mit positiven Gefühlen assoziiert. Sie animieren zu einer erneuten Aufnahme von Alkohol, meinen die Wissenschaftler.

"Die Gedächtnisausfälle werden von den Betroffenen im Nachhinein unrealistisch positiv gedeutet. So glauben viele, dass Alkohol sie sozialer macht, sexuell attraktiver und durchsetzungsfähiger", so der Psychologe William Corbin, einer der Studienautoren. Corbin sieht in diesen Blackouts wirkliche Gefahren von aufkeimendem Alkoholismus. "Wir sollten auf diese Ausfälle mehr Gewicht legen, denn sind stellen einen frühen Hinweis auf zukünftige Alkoholprobleme dar", erklärt der Experte.

Verletzungsgefahr steigt

Nach einer Studie des Injury Research Center der University of Michigan , die mehr als 1.300 Verkehrsunfälle untersucht hatte, sind Personen, die bei Unfällen alkoholisiert sind, um dreißig Prozent mehr verletzungsgefährdet als Nichtalkoholisierte. Die Verletzungen der Alkoholisierten waren auch wesentlich schwerer als die der Nüchternen. Die Wissenschaftler glauben, dass Alkohol den Organismus schwäche und für Verletzungen empfänglicher mache, berichtet BBC-Online am Dienstag.

Weltweit fordert der Straßenverkehr rund 1,4 Millionen Todesopfer jährlich. 1998 waren es nach Angaben der Universität von Sydney 1,17 Millionen. (pte)

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