Kuwait: "Im Irak droht ein Bürgerkrieg"

15. April 2003, 12:26
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"Al Watan": Schwere innerschitische Auseinandersetzungen

Najaf/Kuwait/Hamburg - Im Irak droht nach dem Zusammenbruch des Baath-Regimes ein Bürgerkrieg. Das lassen zumindest die Berichte mehrerer arabischer Zeitungen vermuten. Die kuwaitische Tageszeitung "Al Watan" berichtet am Dienstag laut "Spiegel Online" von innerschiitischen Auseinandersetzungen und meldet einen weiteren Toten, Moktada al Sadr, Anführer einer schiitischen Gruppe, die in der heiligen Stadt Najaf die religiöse Macht an sich reißen will. Es gebe einen "anhaltenden Spaltungskrieg unter den schiitischen Geistlichen in Najaf, der gefährliche Formen annimmt, seitdem es keine Behörden mehr gibt", schreibt die Zeitung in einem Korrespondenbericht.

Die kuwaitische Zeitung "Al Rai al Aam" berichtet von einer "Demonstration, die heute in Najaf stattfinden soll und die zur Unterstützung des schiitischen Geistlichen as-Sistani aufruft." Dazu sollen bereits "Clans vom mittleren Euphrat angereist sein, um Stärke zu demonstrieren und zu artikulieren, dass al Sadr eine wahre Bedrohung darstellte und man ihn zurückweisen musste", berichtet das Blatt. Der Anführer einer weiteren schiitischen Gruppe namens "Vereinigte Islamische Führung", die laut der Zeitung die Provinz Amara vor der Ankunft der US-amerikanischen Streitkräfte unter ihre Kontrolle gebracht hatte, sagte: "Unser Boden wird das Grab der Besatzer sein, wenn sie sich nicht bald zurückziehen. Falls sie uns militärisch bekämpfen: wir sind ein Volk der Selbstgeißelung. Und falls sie uns ökonomisch bekämpfen: wir sind ein Volk des Ramadan", erläutert der Schiit mit religiösen Motiven den Widerstandswillen der Einheimischen gegen die Amerikaner. (APA)

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