"Dynamische und erfahrene Frau" gesucht

15. April 2003, 11:28
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SuperintendentInnen-Wahl in Wien: Evangelische ChristInnen wünschen sich eine Bischöfin

Wien - Die Evangelischen ChristInnen in Wien wünschen sich laut einer Umfrage eine Frau an der Spitze der Diözese. Der derzeitige Superintendent, Werner Horn, wird im Herbst in den Ruhestand treten. Die Wahl des Nachfolgers/der Nachfolgerin erfolgt am Wochenende nach Ostern.

Erstmals wurde jetzt im Vorfeld einer derartigen Bischofswahl eine Umfrage durchgeführt. Demnach wünschen sich 60 Prozent eine "dynamische und erfahrene Frau", nur 17 Prozent eine "würdige Vaterfigur", 13 Prozent einen "jungen, dynamischen Mann", acht Prozent eine "junge dynamische Frau" und knapp ein Prozent eine "würdige Mutterfigur" als SuperintendentInnen. Die Funktion ist mit einem Diözesanbischof in der katholischen Kirche vergleichbar.

Zwei Frauen kandidieren

Anders als in der katholischen werden in der evangelischen Kirche die Bischöfe - wie auch die Pfarrer - demokratisch gewählt. Die Wahl erfolgt in einer Superintendentialversammlung. Zwei Pfarrerinnen und drei Pfarrer stellen sich der SuperintendentInnenwahl in Wien. Antreten werden die Pfarrerinnen Lydia Burchhardt (44) und Christine Hubka (53) sowie die Pfarrer Arno Preis (47), Stefan Schumann (43) und Michael Wolf (43).

Gewünscht ist ...

Abgefragt wurden bei der Online-Umfrage auch die für das Superintendentenamt gewünschten Qualifikationen: "Bereitschaft, öffentlich Stellung zu beziehen" rangiert mit 75 Prozent Zustimmung klar an der Spitze, gefolgt von "Motivation der MitarbeiterInnen", "interne Konfliktfähigkeit" und "Dialogfähigkeit zu anderen Konfessionen". Die Wünsche nach der Profilierung eines Gegengewichts zur katholischen Kirche und "Dickhäutigkeit" finden sich hingegen am unteren Ende der Skala.

SuperintendentInnen werden von der Superintendentialversammlung mit Zweidrittelmehrheit für eine Funktionsperiode von zwölf Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist zulässig. (APA)

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