"Pax" macht der Bestattung Wien demnächst Konkurrenz

15. April 2003, 10:25
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Start schon im Mai möglich - Erste Filiale am Zentralfriedhof

Das Monopol der Bestattung Wien wird bald sanft entschlafen: Denn das private Bestattungsunternehmen Pax hat seinen Start in der Bundeshauptstadt angekündigt, und zwar noch in diesem Frühling. Die Firma verfügt bereits über Niederlassungen in Graz und Klagenfurt. In Wien wird die Hauptfiliale beim Zentralfriedhof errichtet, wie Iris Germ, Sprecherin des Unternehmens, berichtete.

"Wir errichten derzeit die Zentrale, unsere Tätigkeit werden wir frühestens Ende Mai aufnehmen", hieß es. Neben dem repräsentativen Gebäude bei Wiens größtem Friedhof soll es auch Filialen in der Innenstadt geben. Bis zu vier Büros sind geplant. Pax wird Begräbnisse auf allen Wiener Friedhöfen anbieten.

Bedarfsnachweis für Bestattungsunternehmen wurde gestrichen

Möglich wurde die Expansion, weil das Wirtschaftsministerium im Vorjahr den Bedarfsnachweis für Bestattungsunternehmen gestrichen hat. Pax hat den Start in Wien ursprünglich schon für das Jahr 2002 angekündigt, der Termin wurde jedoch mehrmals verschoben. Es gehe nicht darum, schnell auf den Markt zu kommen, sondern gute Qualität anzubieten, wurde dazu im Unternehmen betont.

Seebestattung, Weltraumbestattung ...

Auf der Homepage der Firma werden neben der Erd- und der Feuerbestattung auch eher ungewöhnliche Produkte angeboten: So gibt es eine Seebestattung, bei der eine Urne mit der Asche des Verstorbenen im Mittelmeer bzw. in der Nord- oder Ostsee beigesetzt wird. Auf Wunsch, so heißt es weiter, werden auch Weltraumbestattungen organisiert.

Die Bestattung Wien - sie ist Teil der Wiener Stadtwerke - sieht der Konkurrenz laut eigenen Angaben gelassen entgegen. "Wir fürchten uns nicht, wir haben einen guten Ruf", sagte Prokurist Wolfgang Weiss gegenüber der APA. Das Unternehmen habe sich schon bisher bemüht, neue Angebote aufzunehmen. Weiss verwies etwa auf die "erweiterte Verabschiedung", bei der Angehörige längere Zeit bei dem Verstorbenen verweilen können.

Werbeverbot

Neue Anbieter müssten zunächst einmal beweisen, dass sie besser sind, meinte Weiss. Und es sei abzuwarten, wie genau es die Konkurrenz mit den verpflichtenden Standesregeln halte - zum Beispiel mit dem Werbeverbot: "Wir halten uns daran, andere hingegen nehmen das nicht so genau."

Die Bestattung Wien verzeichnet pro Jahr rund 20.000 "Geschäftsfälle" - die nach außen hin aber nicht gerne als solche bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um Bestattungen, aber auch um Transporte oder Exhumierungen. (APA)

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pax.at
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