"Big Blue" zeigt Größe

15. April 2003, 13:18
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IBM steigert nach Kostensenkungen und Werkschließungen Quartalsgewinn um 190 Millionen Dollar - Umsatz legt um knapp zwei Milliarden Dollar zu

New York - Der weltgrößte Computerkonzern International Business Machines (IBM) hat den Quartalsgewinn von 1,19 Mrd. Dollar (68 Cent je Aktie) auf 1,38 Mrd. Dollar (79 Cent je Aktie) zum ersten Mal seit fast zwei Jahren wieder gesteigert, teilte der Konzern am Montag nach Börseschluss in New York mit. Möglich wurde dies durch Kostensenkungen und Werksschließungen. Der Umsatz betrug im ersten Quartal 20,1 Milliarden nach 18 Milliarden Dollar im Vorjahr. Analysten hatten vor kurzem für 2003 einen Gewinn je Aktie von 4,32 Dollar und einen Umsatz von 88,04 Mrd. Dollar prognostiziert. Finanzchef John Joyce sagte am Montag, er rechne damit, dass IBM die Gewinn- und Umsatzprognosen der Wall-Street-Analysten erreichen werde.

Im ersten Quartal hatte IBM den von Analysten genannten Wert von 80 Cent je Aktie knapp verfehlt. Dafür wurde die Analystenerwartung von 19,96 Mrd. Dollar Umsatz knapp übererfüllt. Im Vorjahr hatte IBM allerdings das schlechteste Umsatzergebnis seit vier Jahren zu verkraften. Joyce kritisierte in diesem Zusammenhang die Erwartungen mancher Marktbeobachter, sagte jedoch, er habe "kein Problem mit den Analystenprognosen für den IBM-Gewinn und -Umsatz 2003". Positiv auf die Umsatzzahlen hätte sich laut Joyce die Akquisition der Consulting-Software-Sparte von PricewaterhouseCoopers ausgewirkt.

Umfeld belastet

Belastet wurde das Ergebnis demnach durch den Irakkrieg und die lahmende Konjunktur. Joyce: "Angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes und geopolitischen Druckes haben einige Kunden ihre IT-Entscheidungen verschoben." Als Reaktion darauf hatte das Unternehmen im Vorjahr 15.000 Mitarbeiter gekündigt und mehrere ältere Produktionsstätten geschlossen.

Aktie steigt

Der Kurs der IBM-Aktie stieg im nachbörslichen Handel auf 81,24 Dollar. Den regulären Handel hatte die Aktie mit 80,07 Dollar beendet. "Ein Leithammel wie IBM hat gewissermaßen die Hürde der Quartalsergebnisse aus dem Weg geräumt", gab sich der Portfolio-Manager bei Fifth Third Technology Fund, Sunil Reddy, optimistisch. Und weiter: "Sie haben die Unterkante um einen Cent verpasst, aber das spielt wahrscheinlich keine Rolle."

Marty Shagrin von Victory Capital macht die verringerten Aktien-Rückkäufe von IBM mit dafür verantwortlich, dass das Ergebnis knapp unterhalb der Analystenerwartungen lag. Grund für die Zurückhaltung des weltgrößten Computerunternehmens sei die Akquisition von PricewaterhouseCoopers gewesen. (APA/Reuters)

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    Der weltgrößte Computerkonzern IBM ist nach Kostensenkungsmaßnahmen wieder auf der Überholspur.

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