Irakbeauftragter Garner: "Wünsche rasch eine Übergangsregierung"

15. April 2003, 10:09
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"Verlieren mit jedem Tag an Fahrt"

Washington - Vor seinen für Dienstag geplanten Gesprächen mit Vertretern irakischer Gruppen hat der US-Beauftragte Jay Garner die rasche Einsetzung einer Übergangsregierung gefordert. "Ich habe im Moment die Befürchtung, dass wir mit jedem Tag, an dem wir (den Übergang zu einer zivilen Verwaltung) hinauszögern, an Fahrt verlieren", sagte der für die Leitung der Übergangsregierung vorgesehene Garner in einem Interview der Zeitung "USA Today".

Garner wollte am Dienstag im südirakischen Nassiryah mit rund 60 Vertretern irakischer Gruppen über die Zukunft des Landes beraten. Nach dem Sturz der irakischen Regierung durch die US-geführten Streitkräfte werde das entstandene Machtvakuum derzeit vielleicht in einer Weise wieder gefüllt, die nicht im Sinne der USA sei, sagte Garner dem Blatt. In mehreren Städten des Iraks hatten marodierende Banden den Zerfall der öffentlichen Ordnung für Plünderungen genutzt.

"Ich wünschte, ich wäre vor einer Woche in Bagdad gewesen", sagte der ehemalige US-General, der derzeit die Behörde für Wiederaufbau Iraks und humanitäre Hilfe (ORHA) leitet. Er hoffe, noch in dieser Woche in die irakische Hauptstadt zu reisen. Die meisten seiner 200 Mitarbeiter befinden sich wegen der noch unsicheren Lage im Irak noch in Kuwait. "Ende April oder Anfang Mai werden wir in jeder Provinz Zweigstellen haben", kündigte Garner an. (APA/Reuters)

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