Sharon: "Assad ist gefährlich"

15. April 2003, 16:50
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Syrien solle keine Terrororganisationen unterstützen - Palästinensisches Parlament kritisiert Aussagen

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat Syriens Präsidenten Bashar Assad als "gefährlich" bezeichnet und die USA aufgefordert, auf Damaskus wegen der Unterstützung radikaler Palästinensergruppen verstärkten Druck auszuüben.

"Bashar Assad ist gefährlich, weil er in der Lage ist, bei der Einschätzung des Kräfteverhältnisses mit Israel denselben Fehler zu begehen wie bei den USA", sagte Sharon der israelischen Zeitung "Jediot Aharonot" (Dienstagsausgabe). Dies bedeute nicht, dass gegen Syrien Krieg geführt, aber diplomatischer und wirtschaftlicher Druck ausgeübt werden solle.

Sharon forderte die USA dazu auf, unter anderem dafür zu sorgen, dass in Syrien radikale Palästinensergruppen wie Hamas und Islamischer Jihad nicht mehr operieren dürfen. Zudem müsse die anti-israelische Hisbollah-Organisation aus dem Südlibanon entfernt werden, sagte Sharon. Syrien gilt mit seinen tausenden Soldaten im Libanon als Schutzmacht.

Gefährlich sei der syrische Präsident, weil "sein Urteil fehlerhaft" sei, meinte Sharon: "Während des Kriegs im Irak hat er bewiesen, dass er nicht die richtigen Schlussfolgerungen aus relativ eindeutigen Tatsachen zieht", sagte Sharon. Jeder, der sich vor dem Krieg mit den Tatsachen auseinandergesetzt habe, habe den Sieg der USA voraussehen können. "Aber Assad dachte, die USA würden verlieren."

Syrien hatte sich gegen einen Militäreinsatz in Irak ausgesprochen. Washington verschärfte zuletzt den Ton gegenüber der Regierung in Damaskus. Die US-Regierung wirft Syrien vor, dem entmachteten irakischen Staatschef Saddam Hussein und seinen Gefolgsleuten Unterschlupf zu gewähren und Massenvernichtungswaffen zu besitzen.

Palästinensisches Parlament kritisiert Sharons Syrien-Attacken

Das palästinensische Parlament hat am Dienstag die Attacken der israelischen Regierungsspitze gegen Syrien scharf kritisiert. Die Erklärungen seien Teil eines "strategischen Plans für den Nahen Osten", hieß es in einer Stellungnahme des palästinensischen Legislativrates in Ramallah. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatte die US-Regierung aufgefordert, nach dem Krieg gegen den Irak massiven Druck auf Syrien auszuüben. Bereits am Montag hatten Israels Verteidigungsminister Shaul Mofaz und Außenminister Silvan Shalom Drohungen gegen Syrien ausgesprochen.

(APA/dpa/Reuters)

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