Moussaoui wird offenbar nicht vor US-Militärtribunal gestellt

15. April 2003, 07:46
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Justizministerium stimmt Verhandlung vor Zivilgericht zu

Alexandria/USA - Der Terrorverdächtige Zacarias Moussaoui wird in den Vereinigten Staaten offenbar nicht vor ein Militärtribunal gestellt. Das US-Justizministerium erklärte am Montag, Moussaouis Rechte könnten vor einem Zivilgericht ausreichend geschützt werden. Die Regierung reagierte damit auf eine Warnung der Bezirksrichterin Leonie Brinkema, die sich besorgt über die Informationspolitik gegenüber dem Angeklagten geäußert hatte.

Die Richterin wies die Regierung vor zwei Wochen an, mit Moussaoui Kontakt aufzunehmen. Der lehnte die Pflichtverteidiger ab und hatte sich darüber beklagt, er erhalte nicht ausreichend Informationen, um eine Verteidigung aufzubauen. Er erklärte, er erhalte keinen Zugang zu geheimen Dokumenten, auf die sich die Anklage beziehe. Die Staatsanwaltschaft sagte dagegen, im Prozess sollten keine geheimen Unterlagen verwendet werden.

Dem 34-jährigen Franzosen marokkanischer Abstammung wird Verschwörung mit den 19 Selbstmordattentätern vom 11. September 2001 vorgeworfen. Es wird vermutet, dass er möglicherweise ebenfalls für eine Beteiligung an den Flugzeugentführungen vorgesehen war. Der Angeklagte hat dies zurückgewiesen, eine Mitgliedschaft im Terrornetzwerk El Kaida aber zugegeben. Im Fall einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe. (APA/AP)

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