Ermittlungen gegen Chemiekonzern

14. April 2003, 22:16
posten

DuPont soll interne Studie über schädliche Auswirkungen einer Chemikalie unterschlagen haben

Washington - Die US-Umweltschutzbehörde EPAuntersucht, ob der Chemiekonzern DuPont eine interne Studie unterschlagen hat. Diese könnte nämlich zu dem Ergebnis gekommen sein, dass eine unkontrollierte Chemikalie, verwendet für die Teflon-Produktion, gesundheitsschädlich ist. Die Behörde reagiert damit auf die Anzeige der Environmental Working Group (EWG). Sofern nötig werden entsprechende Maßnahmen folgen, erklärt EPA-Sprecher Joe Martyak in einem Bericht des Wall Street Journals.

Die EWG beschuldigt den Chemiekonzern, das Bundesgesetz verletzt zu haben, indem DuPont der Regierung 22 Jahre lang wichtige Dokumente vorenthalten habe. Diese Dokumente würden zeigen, dass DuPont eine giftige Substanz im Nabelschnurblut eines Neugeborenen einer Unternehmens-Mitarbeiterin gefunden habe. Den Angaben zufolge wurden diesbezügliche Dokumente nie an die EPA übermittelt. Bei der Substanz handelt es sich um Perfluoroctansäure (PFOA).

Anrainer einer DuPont-Fabrik in Parkersburg/West Virginia reichten eine Klage ein, mit der Behauptung, ihr Trinkwasser sei mit PFOA verseucht. "Wir vermuten, können aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht beweisen, dass DuPont absichtlich die Informationen vorenthielt. Damit wollte man verhindern, dass die EPA Maßnahmen gegen PFOA und die äußert profitable Teflon-Produktlinie ergreift", erklärt Jame Houlihan EWG. Damit hätte man gegen ein Bundesgesetz verstoßen, das Unternehmen zur unmittelbaren Berichterstattung jedes Beweises verpflichtet, das die Gesundheitsrisiken einer Chemikalie belegt. Laut DuPont war es nicht erforderlich, das Dokument an die EPA weiterzuleiten. "Es gibt keine Beweise, dass PFOA die Gesundheit einschließlich die menschliche Entwicklung und Reproduktion schädigen", behauptet Robert Rickard, Leiter des Gesundheits-und Umweltlabors von DuPont. (pte)

Share if you care.