USA wollen für UNO keine Führungsrolle bei Irak-Konferenzen

14. April 2003, 21:59
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Ex-Außenminister Kissinger fordert Washington zu Kooperation mit UNO auf

El Sailiyah/Washington - Die Vereinten Nationen sollen nach dem Willen der USA an den Gesprächen über die Nachkriegsordnung im Irak nur teilnehmen, aber nicht die Führung übernehmen. Die UNO werde bei der geplanten Konferenzserie zwar "eine Rolle spielen", aber sie werde keine Leitfunktion haben, sagten US-Vertreter am Montag im US-Hauptquartier in Katar. Am Dienstag soll ein Treffen irakischer Oppositioneller in Nassiriya den Auftakt zu einer Serie von Oppositionskonferenzen bilden. In der südirakischen Stadt sagten US-Vertreter, in diesem ersten Gespräch solle darüber beraten werden, wann und wo über eine Übergangsregierung verhandelt werden solle. Die Interimsregierung solle in den kommenden Wochen eingerichtet werden.

Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger forderte die US-Regierung unterdessen zur Einbeziehung der UNO in den Irak-Wiederaufbau auf. "Es liegt im Interesse Amerikas, in einer Region, die im Herzen der moslemischen Welt liegt, nicht auf einer Sonderrolle zu bestehen", schrieb Kissinger in einem Gastkommentar in der "Washington Post" (Montagsausgabe). Bei der Verwaltung des Iraks müsse Washington seine Koalitionspartner und später auch andere Länder einbeziehen. Zudem müsse der UNO eine "bedeutende Rolle" zukommen, vor allem ihren "technischen und humanitären" Organen. Kissinger forderte zudem die "Wiederbelebung" der transatlantischen Beziehungen. Dieser Schritt sei unabdingbar, wenn die Welt nicht "in die Politik des 19. Jahrhunderts" zurückfallen wolle.(APA)

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