Straw: Syrien muss Vorwürfe der USA widerlegen

15. April 2003, 10:59
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Britischer Außenminister: "Haben nicht die Absicht, nach dem Irak Syrien anzugreifen"

Al Sailiyah - Der britische Außenminister Jack Straw hat Syrien am Dienstag aufgefordert, Vorwürfe der USA über eine Aufnahme von Mitgliedern der entmachteten irakischen Führung zu widerlegen. Hinsichtlich der Einstufung Syriens als "Schurkenstaat" sagte Straw in Katar, Syrien habe die Gelegenheit zu beweisen, dass dies nicht zutreffe. Er selbst verwendete diese Bezeichnung während einer Pressekonferenz im "Central Command" der US-geführten Truppen nicht. Syrien solle die neue Realität in der Golf-Region anerkennen, sagte Straw. Die Führung in Damaskus müsse einige wichtige Fragen beantworten, darunter die nach dem Besitz chemischer Waffen.

Am Montag hatte Straw in Bahrain betont, die USA und Großbritannien hätten nicht die Absicht, nach dem Irak auch Syrien anzugreifen. Die USA haben Syrien vorgeworfen, chemische Waffen zu besitzen und Terrorismus zu unterstützen. Zudem hatten sie in den vergangenen Tagen die Führung in Damaskus davor gewarnt, Mitgliedern der gestürzten irakischen Regierung Unterschlupf zu gewähren. Wie die Zeitung "Washington Post" berichtete, sind in den vergangenen zwei Wochen zahlreiche irakische Regierungsvertreter nach Syrien geflohen. Davon halte sich eine Handvoll noch immer in dem Land versteckt. Die USA hatten am Montag mitgeteilt, gegen Syrien diplomatische und wirtschaftliche Schritte zu erwägen.

Der frühere UNO-Waffeninspektor Richard Butler sagte unterdessen im australischen Radiosender ABC, er habe während seiner Tätigkeit im Irak zwischen 1997 und 1999 Geheimdienstinformationen gesehen, wonach Syrien dem Irak dabei geholfen habe, Massenvernichtungswaffen zu verstecken. Er habe Aufnahmen gesehen, die gezeigt hätten, wie Behälter über die irakisch-syrische Grenze transportiert worden sein.(Reuters)

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