Schon vor zwei Jahren Riss in Shuttle entdeckt

14. April 2003, 21:03
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Daraufhin eingeleitete Untrsuchung erbrachte nichts - wahrscheinlich wegen unzulänglicher Methode

Washington - Schon zwei Jahre vor der "Columbia"-Katastrophe haben NASA-Inspekteure einen Riss im Schutzschild des linken Flügels einer Raumfähre, der "Discovery", entdeckt. Offenbar wegen unzulänglicher Methoden wurden bei der daraufhin eingeleiteten Untersuchung keine Schäden an anderen Shuttles - auch nicht an der späteren Unglücksfähre - gefunden, wie NASA-Chef Sean O'Keefe einräumte. "Es gibt bisher keine Technologie, um die Außenhaut effektiv zu testen, ohne sie zu zerstören", sagte O'Keefe.

Die US-Raumfahrtbehörde wusste, dass die rein äußerliche Überprüfung der Abdeckplatten an den Fähren-Flügeln nicht ausreicht. Schon vor drei Jahren war eine Studie zu dem Schluss gekommen, dass Schäden am Schutzschild unter der sichtbaren Oberfläche liegen können. Nur durch Entfernen und Zerlegen der Abdeckplatten der Flügel kann die tiefer liegende Schicht kontrolliert werden.

Fünf Zentimeter

Ein Schaden in der hitzebeständigen Verschalung der Flügelspitzen gilt als größtes Absturzrisiko für alle Fähren. NASA-Dokumente belegen, dass die Raumfähre "Discovery" nach ihrer Landung im März 2001 einen fünf Zentimeter langen Riss aufwies, verursacht durch Korrosion. Die Ingenieure fürchteten damals, ähnliche Schäden könnten auch an anderen Fähren auftauchen - die Korrosion war ein bekanntes Problem. Die "Discovery" sei womöglich wegen ihres Alters besonders anfällig gewesen: Sie war auf ihrem 29. Flug.

Die verunglückte "Columbia" hatte am 1. Februar 2003 insgesamt 28 Flüge absolviert, sie war die älteste NASA-Fähre. Sie brach während des Wiedereintrittes in die Erdatmosphäre auseinander, die gesamte Besatzung kam ums Leben. Die Ermittlungen zur Unglücksursache konzentrieren sich auf den linken Flügel der Raumfähre und dort insbesondere auf die Schutzverschalung. (AP)

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