UNO-Tribunal: Lebenslang oder Freispruch für bosnischen Serben

14. April 2003, 19:59
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Laut Verteidigung Völkermordvorwürfe nicht bewiesen

Den Haag - Vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat am Montag die Verteidigung Freispruch für den vor allem wegen Völkermords angeklagten bosnischen Serben Milomir Stakic gefordert. Die Anklage hatte lebenslange Haft verlangt. Nach Ansicht der Verteidiger sind die Vorwürfe gegen Stakic, dem höchsten zivilen Verwaltungsbeamten im Bezirk Prijedor während des Bosnienkriegs 1992, nicht bewiesen worden.

Der jetzt 41 Jahre alte Stakic wird vom Tribunal für die gezielte Verfolgung und beabsichtigte Vernichtung bosnischer Moslems in dem ihm unterstellten Bezirk verantwortlich gemacht. Er wird für Morde, Folter und Vergewaltigungen in Konzentrationslagern verantwortlich gemacht. Nach Darstellung der Anklage unterstanden ihm die berüchtigten Lager Omarska, Keraterm und Trnopolje, in denen Tausende unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten und getötet worden waren. Nach Angaben der Verteidigung hatte Stakic keinen Einfluss auf die militärischen Angriffe auf Siedlungen und das Geschehen in den Lagern.

Der von dem deutschen Richter Wolfgang Schomburg geleitete Prozess gegen Stakic hat vor genau einem Jahr begonnen. Der Arzt war im März 2001 von Serbien an das Tribunal ausgeliefert worden.(APA/dpa)

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