Friedensfahnen als Verkaufsschlager

23. April 2003, 15:19
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Eine kleine italienische Fahnenfabrik läuft dank "bandarielo di pace" auf Hochtouren

Wien - In Italien weht die "Pace"-Fahne (ital. für "Frieden") seit Wochen als Zeichen gegen den Irakkrieg an Häuserfronten, Balkonen und öffentlichen Gebäuden. Vereinzelt ist die Regenbogenfahne mittlerweile auch an österreichischen Gebäuden zu entdecken - und täglich werden es ein paar mehr.

Angeboten wird die "bandarielo di pace" für zehn Euro etwa von der SPÖ und der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH). Der Reinerlös aus dem Verkauf der Fahnen (pro Stück sind das ca. fünf Euro) kommt der Irak-Kinderhilfe des Roten Kreuzes zugute.

Mindestens 2,5 Millionen Stück sollen in Italien bereits über die Ladentische gewandert sein, in Österreich einige Tausend.

Eros Palmieri betreibt eine kleine Fabrik mit rund 30 Mitarbeitern in der Nähe von Mailand. In den vergangenen zwei bis drei Wochen wurden täglich 3000 bis 5000 Pace-Fahnen genäht. Mittlerweile wurde die Produktion auf 1000 bis 2000 Stück pro Tag gedrosselt. "Die meisten Aufträge kommen natürlich wegen dem Krieg. Nach dem Krieg werden die Bestellungen wohl wieder abflauen", erklärt Firmeninhaber Palmieri. In Friedenszeiten produziert die Firma Palmieri nur einige hundert Fahnen. Die aktuellen Aufträge kommen aus Italien, Österreich und von Friedensorganisationen in Deutschland. 10.000 Stück haben bei Palmieri etwa die Sozialdemokraten in Wien geordert.

Edith Raab, Chefin der Ersten Österreichischen Fahnenfabrik, spricht von "deutlich mehr Nachfrage" nach den Regenbogenflaggen in den letzten Wochen - die sie allerdings nur ohne Aufdruck "Pace" im Sortiment hat: Ob die Grünen damit im Parlament auftreten, Friedensaktivisten bei Demonstrationen oder Jörg Haider in Klagenfurt - die Regenbogenfahne hat derzeit Hochsaison. (Barbara Forstner, DER STANDARD Print-Ausgabe, 15.4.2003)

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