Demonstranten verbrennen Ratzinger-Bild

8. Juni 2010, 21:24
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Protest gegen christliche Bekehrungsversuche durch US-amerikanische und norwegische Missionare

Mazar-i-Sharif - In Afghanistan haben Hunderte Studenten gegen angebliche Bekehrungsversuche zweier christlicher Hilfsorganisationen protestiert und dabei ein Bild von Papst Benedikt XVI. verbrannt. Die Demonstranten in Mazar-i-Sharif im Norden des Landes riefen "Tod für Amerika" und forderten die Regierung auf, die US-Organisation Church World Service (CWS) und die Norwegian Church Aid zu bestrafen.

Ein kleiner TV-Sender hatte zuvor berichtet, Mitglieder der Organisationen hätten versucht, Muslime zu bekehren, was unter islamischem Recht streng verboten ist. Der Sender zeigte Aufnahmen, auf denen angeblich zum Christentum konvertierte afghanische Männer christliche Gebete auf Farzi sprachen und getauft wurden.

Zwei Festnahmen

CWS und Norwegian Church Aid wiesen die Anschuldigungen zurück. Unter islamischem Scharia-Recht, das auch Bestandteil der afghanischen Verfassung ist, kann der Übertritt vom Islam in eine andere Religion mit hohen Strafen bis hin zur Todesstrafe geahndet werden.

Nach Angaben des kürzlich zurückgetretenen Innenministers Mohammed Hanif Atmar wurden zwei der im Fernsehen gezeigten Männer festgenommen. Die Polizei habe außerdem sieben Orte in Kabul ausfindig gemacht, die angeblich als Kirchen genutzt werden. (APA)

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    Demonstranten verbrannten ein Bild Joseph Ratzingers.

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