Unsere Kultur ist in Gefahr

8. Juni 2010, 16:38
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Deutsch als Challenge - Von Christian Schachinger

Der Gefahr ihres Tuns ist sich die Stiftung Deutsche Sprache bewusst. Wenn es darum geht, den "Englisch-Schrott im Deutschen" abzubauen, wird klar, woher der Wind auch wehen könnte: ",Countdown‘ ist die Übersetzung eines deutschen Wortes ins Englische, des ,Herunterzählens‘, wie es 1944 bei der ,V 2‘ üblich war. Diese Verwandtschaft gefiel uns nicht, wir finden ,Die Startuhr läuft‘ besser."

Sehen wir einmal davon ab, dass Sprache einer ständigen Veränderung und Angleichung unterworfen ist - was unter anderem dazu geführt hat, dass wir heute überall in dieser Galaxie zum Computer "Computer" sagen und sofort verstehen, was gemeint ist - mit Ausnahme von Island, wo das Teil "Tölva" benamst wurde, aber davon ein anderes Mal: Worin besteht die Verbesserung von "Bad Bank" zu "Giftbank" , von "Chatten" zu "Netzplaudern" , von "Dumpinglohn" zu "Hohnlohn" von "Laptop" zu "Klapprechner" ? Geht es um den Erhalt der "deutschen Kultur"?

Schließlich geht es ja auch schon lange nicht mehr um die weltbewegende Frage, ob man hierzulande nun Erdäpfel oder Kartoffel sagt. Es geht darum, dass man die Knödel daraus im Innviertel keinesfalls zum Schweinsbraten serviert. Sie müssen im Original aus Semmeln sein. Aber darum schert sich weltweit wieder niemand. Ach ja, Semmeln gegen Erdäpfel, das gibt Krieg. (Christian Schachinger, DER STANDARD/Printausgabe, 09.06.2010)

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