Eigenbau-Geschütz gegen Spekulanten

8. Juni 2010, 15:21
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Bauer Yang Youde hat genug von Immobilienhaien

Im Kampf gegen Immobilienspekulanten, die ihn bereits mehrmals von seinem Grundstück vertreiben wollten, setzt Yang Youde, Bauer in der zentralchinesischen Provinz Hubei, auf unkonventionelle Mittel. Der 56-Jährige, der im Februar von einem von einer Baufirma geschickten Räumkommando zusammengeschlagen wurde, hat aus einer Schubkarre und Eisenrohren einen Raketenwerfer gebaut.

Mit seiner Eigenbau-Geschütz verschießt er handelsübliche Feuerwerksraketen, wie "China Daily" berichtet. Versuche der lokalen Behörden, ihn wegen Sprengstoffbesitzes vor Gericht zu stellen, blieben deshalb bislang erfolglos.

"Ich will niemanden verletzen"

"Ich ziele über die Köpfe, um sie zu erschrecken", berichtet Youde, "ich will niemanden verletzen." Beim letzten Räumungsversuch im Mai dieses Jahres gelang es ihm, von seinem selbstgebauten Wachturm aus hundert Menschen im Schach zu halten.

Seit im Jahr 2003 das Recht auf Privatbesitz in der chinesischen Verfassung verankert wurde (derStandard.at berichtete), kommt es immer wieder zu Streitereien um Grundstücke. Immobiliengesellschaften gehen oft brutal gegen die ursprünglichen Besitzer vor, um ihre Bauvorhaben rasch durchziehen zu können. Immer wieder gelingt es aber hartnäckigen Hausbesitzern aber, mit Einsprüchen und überhöhten Abschlagsforderungen Großprojekte aufzuhalten. (bed/derStandard.at, 8.6.2010)

 

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    Eigenbau-Raketenwerfer auf Schubkarren-Lafette

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    Yang Youde schießt für den Fotografen eine Rakete aus seinem Wachturm ab

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    Sogenannte "Nagelhäuser" blockieren in China oft Großprojekte, weil die Besitzer höhere Entschädigungen erreichen wollen

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