Streicheln auf balinesische Art

16. Juni 2010, 16:51
5 Postings

Balinesisch Wellnessen ist in und ein Trend, der bis in die entlegensten Winkel des Hotel-Gewerbes schwappt - Sogar bis an die Turracher Höhe

Bali, das ist nicht nur ein asiatisches Märchen und die bekannteste Insel Indonesiens, sondern für viele Lebensgestresste auch einen Ausflug ins Wellness-Paradies wert. Bali hat nicht nur seine Götter sondern auch eine lange Tradition zu Verwöhnen. Die "Jamu", die traditionelle Kräutermedizin etwa, stellt aus über 150 verschiedenen Pflanzen Säfte, Cremen und Öle her, die Frauen Schönheit und Männern gesteigerte Potenz bringen soll, alles ohne Chemie. Neben den traditionellen Heilern und den "Rumah Ayu", den Häusern der Schönheit haben auch viele Hotels schon Spa-Anlagen. Dabei reicht das Angebot von Körperpeeling mit gemahlenem Reis bis zur glänzenden Haarpflege durch ein Gemisch aus Kokosnussöl, Sandelholz und Zimt.

Auf der Wellness-Welle

Eine klassische Angelegenheit ist die Pijat-Massage, eine Öl-Massage mit aromatischen Essenzen. Für totale Entspannung sorgt der Therapeut dadurch, dass er den Körper mit langsamen und fließenden Bewegungen bearbeitet. Dazu benutzt er dafür abwechselnd seine Handflächen und Finger.

Die traditionellen Schönheitsbehandlungen der Tropen übertreffen die vieler anderer Plätze der Welt an Zahl und Vielfalt. Alle basieren auf der Wirkung natürlicher Heilpflanzen und Arzneien. Das heißt, man arbeitet mit Mitteln, die die Haut nicht nur reinigen und glätten, sondern auch Schlackenstoffe aus den Geweben lösen.

Balinesisch wellnessen kann man in Europa übrigens schon länger, bereits in den 60er-Jahren haben sich westliche Massagetrainer auf Bali ausbilden lassen. Freilich ist es ein Unterschied ob man eine Aryuveda-Behandlung in einem mitteleuropäischen Spa oder auf der Insel im indischen Ozean genießt. Die grüne Natur kombiniert mit aromatisch duftenden Blumen und einem Peeling aus balinesischem Korallensand, das macht man vielleicht doch lieber in Asien. Balinesen massieren auch anders als Europäer. Sie kneten weniger, dehnen dafür mehr und machen ziehende Bewegungen im Bereich der Gliedmaßen.

Bali liegt auch in den Alpen

Wer trotzdem nicht das nötige Kleingeld hat, um in den Flieger zu steigen, kann seit Beginn des Jahres Tropenflair auf der Turracher Höhe inhalieren. Im Seehotel Jägerwirt, wo sich normalerweise Gams und Jäger im winterlichen Showdown treffen, verbreiten nun indonesische Hände Wohlbefinden. Zwei balinesischen Massageexperten (Putu und Made) bieten unter anderen die Aromamassage Pijat und die Krönung der Hautpflege, den traditionelle Lulur. "Bali meets Turracher Höhe: bei der Familie Brandstätter eine ganz natürliche Sache, denn erst vor vier Jahren eröffnete der indonesischen Botschafter Herr Triyono Wibowo das hauseigenen Bali-Spa. Heuer wird es um eine Attraktion reicher", heißt es von Seiten der Pressebetreuerin vom Seehotel, Martina Tiefenbacher.

Empfehlen kann Tiefenbacher vor allem das Lulur-Peeling, "als Königin aller Kurbehandlungen". "Sie wurde seit dem 17. Jahrhundert in den Palästen Zentraljavas praktiziert. Dort gehört die Schönheitspflege zum alltäglichen Ritual, aus dem der balinesische Lulur - der weiche, geschmeidige Haut schenkt - nicht wegzudenken ist. Früher wurde der Lulur (übersetzt "Überzug für die Haut", Anm.) nur noch in der Woche vor der Hochzeit angewandt. Und zwar, weil man glaubt, dass die Braut vor ihrer ersten Schwangerschaft möglichst sauber sein und verwöhnt werden sollte." Heutzutage genießen Männer und Frauen die Behandlung das ganze Jahr über, mit Zutaten wie etwa Badeöl, Reispuder, Kurkuma, Sandelholz oder Jasminöl.

Authentizität

Ebenfalls ein Geheimtipp ist das Bali Kopi-Peeling, ein Kaffeepeeling das erst vor kurzem entwickelt wurde, um die Sucht nach dem Duft von frisch gemahlener Kaffeebohnen zu befriedigen. Dieses etwas raue, zellregenerierende und hautstraffende Peeling ist sowohl gegen Zellulite, als auch für männliche Haut geeignet.

Aber nicht nur das Know-how, auch die gesamten Produkte für die speziellen Behandlungen werden aus Bali importiert. Das ganze asiatische Wissen um das körperliche und geistige Wohlbefinden - Ayurveda, das Reiben und Streicheln der Thai-Massagen, balinesische Zutaten - gesammelt, um Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen.

Initiiert wurde das Ganze übrigens von der Wirts-Tochter des Hauses, die vor vier Jahren nach Bali ausgewandert ist und dort in Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung das "Chillhouse" aufgebaut hat, ein Geheimtipp übrigens für Surfenthusiasten. (red)

  • Beim traditionellen Boreh kommen Sandelholz, Ingwer, Zimt, Koriandersamen, Reispuder, Kurkuma und Muskat zum Einsatz. Eine Massage mit diesen Zutaten regt den Blutkreislauf an und die körnigen Bestandteile wie Nelken und Reis glätten die Haut und der gesamte Körper wird wohlig erwärmt.
    foto: princess communications

    Beim traditionellen Boreh kommen Sandelholz, Ingwer, Zimt, Koriandersamen, Reispuder, Kurkuma und Muskat zum Einsatz. Eine Massage mit diesen Zutaten regt den Blutkreislauf an und die körnigen Bestandteile wie Nelken und Reis glätten die Haut und der gesamte Körper wird wohlig erwärmt.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hat ein Bali-Spa in den Alpen eröffnet: Wirt Christoph Brandstätter mit seinen Massageexperten Putu und Made.

Share if you care.