Geologischer Beweis

Österreich schiebt sich langsam nach Osten

8. Juni 2010, 12:59
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    foto: l. plan

    Die Forscher fanden in der 190 Meter tiefen Höhle 25 Zentimeter lange Kratzer im Kalksinter. Die vertikale Striemung lässt die Bewegungsrichtung erkennen.

Forscher konnten anhand von Kratzern in einer Höhle nachweisen, dass die Ostalpen nach wie vor tektonisch aktiv sind

Österreich ist in Bewegung: Was bisher angenommen wurde, wofür es allerding noch keinen wirklichen Nachweis gab, ist nun bewiesen. Geologen der Universität Wien konnten zeigen, dass die Ostalpen immer noch in Bewegung sind.

Die 400 Kilometer lange Störungszone - die sogenannte Salzach-Ennstal-Mariazell-Puchberg-Störung - zwischen Innsbruck und dem Wiener Becken ist tektonisch nach wie vor aktiv. Ausgangspunkt für diese bedeutsame Erkenntnis waren ein paar - für den Laien völlig unscheinbare - Kratzer im Kalksinter einer steirischen Höhle. Bernhard Grasemann und Kurt Decker vom Department für Geodynamik und Sedimentologie der Universität Wien sowie Lukas Plan vom Naturhistorischen Museum haben zusammen mit Kollegen aus Innsbruck und Bern in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Geology dazu publiziert.

Störungszone zwischen Innsbruck und Wien

Bei der SEMP-Störung handelt es sich um eine 400 Kilometer lange Störungszone von Innsbruck bis zum Wiener Becken. "Ich entdeckte vor ein paar Jahren in einer Höhle am Hochschwab in der Steiermark zufällig 25 Zentimeter lange Kratzer im Sinter", schildert der Geologe Lukas Plan, ehemaliger Dissertant von Bernhard Grasemann, die Ausgangssituation.

Um eine Erklärung für die zerkratzte Höhlenwand zu finden, führte Plan zusammen mit Kollegen vom Department für Geodynamik und Sedimentologie der Universität Wien sowie den Universitäten Innsbruck und Bern eine Reihe von Messungen und Untersuchungen durch. Die Ergebnisse der jahrelangen, logistisch sehr aufwändigen Forschungsarbeit liefern den ersten geologischen Feldbeweis für neotektonische Aktivität in den Ostalpen und belegen, dass es in Österreich nach wie vor zu größeren Erdbeben kommen kann.

"Unsere Beobachtungen haben ergeben, dass sich der gesamte Höhlengang um 25 Zentimeter bewegt haben muss", so Lukas Plan. Heruntergefallene Blöcke und Tropfsteine wurden durch die Bewegung der Störung mitgeschleift und haben auf diese Weise die Kratzer bewirkt. Aufgrund wiederholter Sinterablagerungen auf diesen Kratzern konnten die Forscher anhand geochronologischer Methoden den Zeitpunkt der tektonischen Bewegung eingrenzen.

Heftiges Erdbeben oder langsames Schieben

"Im Zeitraum zwischen 118.000 und 9.000 Jahren vor heute wurde die Höhle von einer tektonischen Störung, einer sogenannten Blattverschiebung zerschert", erklärt Bernhard Grasemann, Leiter des Departments für Geodynamik und Sedimentologie der Universität Wien: "Höchstwahrscheinlich war es ein Erdbeben der Stärke sechs, das zu dem Versatz von 25 Zentimetern geführt hat", fährt Lukas Plan fort. Ob es wirklich ein Erdbeben, ein langsames Schieben oder sogar eine Summe von Erdbeben war, werden die Geologen nun weiter untersuchen.

"Der Fund ist vor allem deshalb so interessant, weil es in Österreich keine direkten Zeugen für aktive Störungen an der Erdoberfläche gibt", betont Grasemann. Die letzte Eiszeit vor rund 115.000 bis 10.000 Jahren hat den Alpenkörper durch eine mächtige Eisbedeckung überformt und somit alle möglichen Spuren verwischt. Die Eiszeit ist auch der Grund, warum das Zeitintervall, in dem die tektonische Störung angesiedelt wird, so groß ist: "In 1.900 Metern Höhle war zu jener Zeit alles gefroren, weshalb sich auch kein Sinter ablagern konnte. Andernfalls könnten wir die Bewegung auf wenige 100 Jahre einengen", erklärt Lukas Plan.

1,6 Millimeter pro Jahr Richtung Osten

Vor 25 Millionen Jahren begann ein keilförmiger Block südlich dieser Störung Richtung Osten zu wandern. "Da die Störung in der Höhle parallel zu der SEMP-Störung liegt, können wir einerseits belegen, dass unsere Störung Teil der SEMP-Störung ist, und andererseits, dass hier immer noch tektonische Aktivität herrscht", sagt Plan. GPS-Messungen bestätigen dies: Der Keil - dessen Nordbegrenzung die SEMP-Störung darstellt - bewegt sich um 1,6 Millimeter pro Jahr Richtung Osten.

"Unter den Begriff 'aktive Tektonik' fallen alle Bewegungen oder Deformationen von Gestein, die die Menschheit direkt beeinflussen", definieren die beiden Geologen. Da oftmals tausende Jahre vergehen, bis sich solche Störungen wiederholen bzw. eine Störung Spannung aufbaut, die sich durch ein Erdbeben wieder entlädt, geht man dabei bis zu zwei Millionen Jahre zurück. "Die Störung am Hochschwab war also - geologisch gesehen - erst gestern", betont Grasemann abschließend. (red)

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Posting 1 bis 25 von 66
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Nullzeiger
00
18.6.2010, 11:30
oje

also richtung wien :-/

Furunkel
00
16.6.2010, 09:18
Wusste ich doch, wir nähern uns dem Stalinismus!

living reef
00
13.6.2010, 20:47
türkei wir kommen !

Michel Berger
00
13.6.2010, 16:13
Dieses Phänomen läßt sich auch in Wien erkennen - alles schon bis nach Istambul verschoben.

Sanguinius
01
Juhuu! In 200 Mio. Jahren wirds dann was mim Meerzugang!

Van Houten
00
Gut so!

Es wächst zusammen, was zusammen gehört.

Herzerzog Johann
00
Wir werden alle sterben ...

... und dereinst im Pazifik ertrinken.

Helge Remsgard Remsgard
01

1,6 millimeter pro jahr? gewiss nicht die osterweiterung, von der man früher träumte. wermutstropfen: dieser raumgewinn dürfte von dauer sein.

Lichtfreak
00
Eh...

Die Schweiz wächst und schiebt Ö nach Osten!

A Voice
00
Aaaargh!

Der Balkan wird kleiner!

Wieviel Demokratie ist es bitte?
00
Jo

aber in 50 Millionen Jahren dockt Afrika erneut an.

meinrad
00
oje

wie werden wir dann die festung europa aufrechterhalten können?

wolfetone
 
00

Das erinnert mich doch an was: ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=-bCEhfxiIOE

sturmy
02
der Strache wirds scho richtn...

erdknall
00
stimmts leider

rechtsruck

momodeluxe
00

österreich geht in deckung, bevor afrika das mittelmeer verschluckt.

endlich mal vorausschauendes handeln!

repent
 
00

Diese Kommunisten!

Gigerius
00
Ich hab´s schon immer gewußt !!

FlauschBär
 
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Demografie und Geologie

Das heißt also: Bald liegt auch Österreich zu 97% in Asien.

Nix da Smoothies! Obst trinkt man gebrannt
00
"zerschert" ist ein schönes Wort.

Wollt ich nur für die Nachwelt festgehalten haben.

Übrigens nicht zu verwechseln mit "zmerschert".

spitzenkandidat.2.0.
03
Rechtsruck in Österreich

wer hätte das gedacht? ;P

kmmm
00
das kommt auf die sichtweise an

Gaugi
01
und was macht der strache?

er geht in die disco, aber er tut nix dagegen.

au contraire
00

Na eh ned, weil schuld san sicher die Sozi.

Gaugi
00

aber er ist doch ein sozi

chef der sozialen heimatpartei.

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