Ein zu erfolgreicher Sozialplan

11. Juni 2010, 10:59
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Der deutschen Ergo Versicherung sagen mehr Mitarbeiter "Adieu" als sie geplant hatte

1.800 Mitarbeiter wollte der deutsche Versicherer Ergo bis Jahresende loswerden. Ein Sozialplan wurde ausgearbeitet und den Mitarbeitern angeboten - und jetzt steht man in Düsseldorf vor einem handfesten Problem: Nicht weniger als 2.100 Mitarbeiter wollen nämlich zu den ausgehandelten Bedingungen gehen - ganze 300 mehr als geplant. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland".

Der Versicherer mit rund 40 Millionen Kunden, der auch in Österreich sehr aktiv ist (Ergo ist Mehrheitseignerin der Bank Austria Versicherung und der Victoria-Volksbanken-Versicherung und überdies mit zehn Prozent an der Volksbanken AG beteiligt) muss nun in Kernpositionen neue Leute einstellen oder versuchen, mit weniger Mitarbeitern auszukommen.

Am 19. Juni beginnt die Umstellung der Hauptmarken Victoria und Hamburg-Mannheimer auf die neue Marke Ergo Versicherungen. Die Kosten sollen dadurch um rund 180 Millionen Euro sinken. Bei der gerade eingeführten Markenstrategie fühlten sich nach Mitarbeiterangaben aber "viele nicht mehr zu Hause".

"Die geplanten Maßnahmen zum Personalabbau liegen im Plan und werden zum Jahresende wie vorgesehen sozialverträglich abgeschlossen sein", beschwichtigte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Zeitung. Man habe nun den nötigen Spielraum, um "Spezial-Know-How" durch externe Einstellungen selektiv wettzumachen. (red)

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