Obama will Schuldigen "in den Arsch treten"

8. Juni 2010, 10:33
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Der US-Präsident findet drastische Worte für die Verursacher des Öl-Desasters und drängt weiter auf Entschädigung der Opfer

Venice - US-Präsident Barack Obama hat seiner Verärgerung über das Öldebakel im Golf von Mexiko mit drastischen Worten Luft gemacht. Er wolle wissen, wem er wegen des Desasters "in den Arsch treten" müsse, sagte Obama in einem Interview des Fernsehsenders NBC, das am Dienstag ausgestrahlt werden sollte. Die Experten hätten darauf wohl die beste Antwort. "Aus diesem Grund reden wir mit diesen Leuten."

Obama steht in der Kritik, weil die Regierung nicht entschlossen genug auf die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko reagiert haben soll. Einer Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC zufolge sind 69 Prozent der Amerikaner der Meinung, dass die Regierung sich im Umgang mit der Ölpest "nicht so gut" oder gar "schlecht" geschlagen hat.

Auch auf BP wächst der politische Druck: Allein in dieser Woche muss der Konzern vor drei Ausschüssen des US-Kongresses seinen Umgang mit der Ölpest erläutern. BP gelingt es mittlerweile zwar, einen Teil des austretenden Öls abzusaugen. Ein kompletter Stopp dürfte jedoch frühestens im August gelingen. Am Montag hatten vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses Angehörige von bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" umgekommenen Arbeitern ausgesagt. Sie forderten eine harte Bestrafung der Unternehmen, die die Sicherheitsstandards ignoriert hätten.

"Beachtliche" wirtschaftliche Folgen

Obama erwartet von der Ölpest im Golf von Mexiko erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. "Die wirtschaftlichen Folgen dieser Katastrophe werden beachtlich und dauerhaft sein", sagte er nach einem Treffen mit Mitgliedern seines Kabinetts und anderen Regierungsmitgliedern anlässlich der seit fast 50 Tagen andauernden Ölpest.

Gleichzeitig erneuerte der Präsident seine Forderung an den Ölkonzern BP, die Bewohner der betroffenen US-Küstenregion zügig zu entschädigen. Seine Regierung werde aufmerksam verfolgen, ob der Konzern seinen Verpflichtungen nachkomme, sagte Obama nach der Sitzung weiter.

Nach Ansicht des Sonderbeauftragten der US-Regierung für die Ölpest, Thad Allen, werden die Auswirkungen der Ölpest für die Ökosysteme in der Region noch jahrelang spürbar sein. Die Beseitigung des Öls an der Oberfläche werde "einige Monate" dauern, sagte er. (APA/Reuters)

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    US-Präsident Obama erwartet von der Ölpest im Golf von Mexiko erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA.

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