IPv6 kommt nur schleppend voran

8. Juni 2010, 09:47

Dem Internet gehen die Adressen aus - Provider sind gefordert

Die Uhr im Internet tickt. In einer gar nicht mehr so fernen Zukunft werden die Adressen für die im World Wide Web verbundenen Geräte aufgebraucht sein. Und immer mehr drängen ins Netz - nicht nur Computer, sondern auch Handys und demnächst wohl noch Fernseher, Haushaltsgeräte und Autos. Damit sie dann alle miteinander kommunizieren können, wird ein neues Adress-System gebraucht. Dessen Einführung kommt in Deutschland aber nur schleppend voran.

IPv4

Derzeit wird zur Identifizierung der Geräte im Internet ein System benutzt, das sogenannte Internetprotokoll in der Version 4, kurz IPv4. Es wurde vor fast 30 Jahren entwickelt, als es noch utopisch erschien, dass einmal mehr als vier Milliarden Adressen gebraucht würden. Jetzt ist die Zukunft schon da und gerade einmal sechs Prozent (Stand 7. Juni) des IPv4-Adressraums stehen noch zur Verfügung. Bis die letzten Adressen verteilt sind, dauert es vermutlich nur noch etwas mehr als ein Jahr.

Abhilfe soll das Internetprotokoll in der Version 6 schaffen, kurz IPv6 genannt. Es bietet fast unendlich viel Platz, bei der Einführung sind vor allem die Provider gefordert, auf die einiger Aufwand zukommt. Das sei aber eine einmalige Aktion, betont Frank Orlowski, Manager bei DE-CIX, dem weltweit zweitgrößten Internetknoten in Frankfurt am Main. Wenn das erledigt sei, "dann brauchen wir das nicht noch einmal machen".

Kühlschränke, Autos, der Stromzähler, ...

Der neue Adressraum sei absolut zwingend, sagt Orlowski im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DAPD mit Blick auf das sogenannte "Internet der Dinge", wenn Kühlschränke, Autos, der Stromzähler und vieles mehr über Datenströme miteinander verbunden sein werden. Schon jetzt explodiere durch die zunehmende Verwendung von Smartphones der Bedarf an Internetadressen.

Für die Umstellung auf IPv6 werben und Hilfestellungen bieten soll auch Ende Juni der "3rd German IPv6 Summit" (3. Deutsche IPv6-Gipfel), zu dem das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam lädt.

Von dem Umstieg auf IPv6, der auf technischer Seite eine kleine Revolution ist, wird der Nutzer aber wohl nicht allzu viel mitbekommen. Das werde ähnlich wie beim Wechsel eines Stromanbieters sein, von dem der Kunde auch nichts merke, erklärt Professor Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts und Vorsitzender des Deutschen IPv6-Rats. Auch würden IPv4 und IPv6 wohl noch einige Zeit nebeneinander existieren. Die "Übergangszeit" könne zehn bis 20 Jahre dauern, erklärt Meinel.

Support

Wer die Möglichkeiten von IPv6 nutzen will, braucht dazu die richtige Hard- und Software. Von den Betriebssystemen her sind keine Probleme zu erwarten, die meisten könnten IPv6 schon heute nutzen. Anders sieht es da zum Beispiel mit DSL-Routern aus, wie sie in vielen Haushalten stehen. Es könne gut sein, dass nicht alle älteren Geräte IPv6-fähig seien, erklärte AVM, der Hersteller der Fritz!Box-Geräte. Neuere Geräte unterstützten IPv6, für andere Geräte werde es möglicherweise Firmware-Updates geben. Wie ein Umstieg konkret aussieht, erklärt AVM auf seiner Website. Da der Wechsel zum neuen System aber ohnehin nicht über Nacht kommt und IPv6 und IPv4 noch eine ganze Weile nebeneinander arbeiten werden, ist Panik fehl am Platze.

Wer genau wissen will, wie lange es noch dauert, bis voraussichtlich alle IPv4-Adressen vergeben sind, kann auf der Website des IPv6-Forums nachsehen - da läuft der Countdown. (Von Klaus Gürtler/AP)

 

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Posting 1 bis 25 von 55
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xv22
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Gut,

dass Standarduser wieder mal besser wissen, was fürs Internet gut ist, als zB IANA und RIPE :)

STOPPT DEN ZENSURWAHN DER POLITIKER - JETZT!
10
10.6.2010, 12:44
BULLSHIT! NAT besser nutzen!

die adressen gehen nicht aus.
zumindest nicht so schnell, wie immer dargestellt.

es wäre viel sinnvoller, wenn die leute aufhören würden ihren fernsehern usw externe adressen zu geben.

oder will wirklich jemand, dass irgendwer auf den TV zugreift und naschlägt, was man was geschaut hat?
am besten die content firmen, die einen gleich klagen.

NAT besser nutzen!!!
bzw: ipv6 wird sich nie durchsetzen.
es ist keine nennenswerte verbesserung (ausser eben mehr adressen) und hat einige verschlechterungen.

es ist viel wahrscheinlicher, dass wenn in frühestens 10 jahren alle ipv4 adressen belegt sind, jemand über die nacht mit einer lösung kommt, die auch sinnvoll ist.
ipv6 wird es definitiv nicht sein...

Eine Kreatur
01
11.6.2010, 11:33
sie begreifen wohl überhaupt nicht?

"es wäre viel sinnvoller, wenn die leute aufhören würden ihren fernsehern usw externe adressen zu geben."

damit disqualifizieren sie sich endgültig ..

sie wissen schon, dass sie sich im 21 jahrhundert befinden und dadurch auch individuelle dienstleistungen möglich werden, die mit ihren pfusch ansätzen niemals funktionieren könnten?

hier geht es eben genau darum, allem und jedem eine individuelle global ansprechbare eindeutige adresse zu geben ..

"ipv6 wird sich nie durchsetzen."

genauso wie sich die schwerkraft in diesem universum niemals durchsetzen wird .. :-))))))

sie sind der inbegriff eines trolls ..

Monopoly mit Hut
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Wunschliste

Ich wünsche mir von den ISPs:

* eine Liste von empfehlenswerten Geräten für normale Benutzer (xDSL-Modems, Router, Switches, WLAN-Access Points, usw.), die IPv6 unterstützen

* eine übersichtliche Checkliste im Support-Bereich der ISP-Website, was man wie tun muss, um das eigene Heimnetzwerk auf IPv6 umzustellen

* eine Auswahlmöglichkeit im Benutzerprofil: "IPv4 oder IPv6 benutzen"

* bei Aktivierung von IPv6 die Angabe eines Codes, den man per SMS an eine bestimmte Nummer des ISP schicken kann, um auf IPv4 zurückzuschalten (wichtig, falls bei der Umstellung was schiefgegangen ist)

Eine Kreatur
00
11.6.2010, 11:40
also wirklich .. punkt 1 - tun doch eh alle neuen geräte .. steht sogar auf der verpackung ..

punkt 2 - produktbeschreibung router usw. bzw. abhändig von den fähigkeiten der provider ..

punkt 3 - sie dürften die technik nicht ganz verstehen .. am router können sie sich nicht aussuchen, ob sie vom provider nun mit einer ipv6 oder ipv4 angesprochen werden wollen .. was sie intern nutzen wollen, wird vom router abhängen .. da sollte immer beides möglich sein ..

punkt 4 - sie dürften die technik nicht ganz verstehen .. wenn sie der provider mit ipv6 anspricht, gibt es keine ausnahmen .. und was sollte da "schiefgehen"???? es geht hier um simple ip adressen ..

das einzige was sie sich von einem isp wünschen sollten, sind gute serviceseiten und support und aktuelle router ..

Monopoly mit Hut
00
15.6.2010, 13:42

Deine ganzen "sie dürften die technik nicht ganz verstehen" ist ein sehr guter Hinweis darauf, dass wahrscheinlich VIELE Leute die Technik hinter IPv6 nicht ganz verstehen. ;-)

Genau aus diesem Grund wünsche ich mir ja von den ISPs, dass sie ihre Support-Seiten überarbeiten und entsprechende Informationen anbieten. Derzeit sieht das ganz mies aus. Versuch z.B. nur einmal die Adressen für die DNS-Einträge oder POP3/IMAP-Server auf den Support-Seiten der ISPs zu bekommen. Manchmal sind die innerhalb von PDF-Dateien versteckt o.ä. :p

Christian Schindler
 
00
10.6.2010, 09:25

>* eine Liste von empfehlenswerten Geräten für
Finde ich eine gute Idee

>* eine übersichtliche Checkliste im Support-Bereich >der ISP-Website, was man wie tun muss, um das >eigene Heimnetzwerk auf IPv6 umzustellen
Das sollte nicht notwendig sein wenn dein OS IPv6 unterstützt, denn IPv6 konfiguriert sich selbst. Siehe das "Homegroups" Feature in Windows 7.

>* eine Auswahlmöglichkeit im Benutzerprofil
Lustige Idee - wird wohl nicht umsetzbar sein, weil IP eine Maschineneinstellung ist...

>* bei Aktivierung von IPv6 die Angabe eines Codes, den man per SMS an eine bestimmte Nummer des ISP schicken kann, um auf IPv4 zurückzuschalten
Die wirklichen Probleme liegen eher in den Anwendungen die nicht ordentlich mit IPv6 umgehen...

Monopoly mit Hut
00
10.6.2010, 13:57

Mit "Heimnetzwerk umstellen" sind vor allem die Router, Switches und WLAN APs gemeint. Es gibt vielleicht auch Netzwerkgeräte, die IPv6 NICHT unterstützen (Videokonsolen, SAT-Receiver). Da wären Hinweise, wie man die trotzdem anbinden kann, sehr hilfreich.

Je nach Betriebssystem wird man ev. auch etwas tun müssen, z.B. IPv6 zu aktivieren oder zu prüfen, ob es aktiv ist.

Eine Kreatur
00
11.6.2010, 11:51
in ihrem heimnetz ..

werden sie den router wohl so konfigurieren, dass alles noch bei ipv4 bleibt bzw. ipv6 erkannt werden kann ..

abgesehen davon, dass aktuellere geräte wohl kompatibel sein werden oder aktualisierbar sind .. abhängig vom hersteller ..

und wenn das nicht geht dann hängen sie halt ihre ipv4 geräte in ein subnetz und dann mit den ipv6 geräten zusammen an den router ..

es gibt keine probleme - probleme werden nur gemacht .. ;-)

Monopoly mit Hut
00
15.6.2010, 13:52

Es geht darum, dass diese Informationen der Allgemeinheit NICHT bekannt sind. Eine mögliche erste Anlaufstelle für solche Informationen wären z.B. die ISPs.

Wir reden hier tw. auch von ISPs, die ihren Kunden ADSL-Modems und WLAN-Router liefern, die mit IPv6 nichts anfangen können. Dann gibt es auch noch die netten Kombinationen zwischen "alter ADSL-Anschluss von der Telekom" und "nicht entbündelter neuer ADSL-Anschluss bei anderem ISP". Da ist Chaos vorprogrammiert weil sich jeder Provider auf den anderen ausreden wird.

Markus D. Hartbauer
 
32
Die Aussage basiert auf einer falschen Annahme

Nämlich der, dass jeder 08/15 Drucker in einem Firmennetzwerk mit dem gesamten Internet kommunizieren muss.

Oder etwas verallgemeinerter: dass NAT nicht existiert.

Und das ist Bullshit.

Es existieren ja defacto beliebig viele IPV4 "Namensräume", die jeweils den gesamten Adressraum benutzen können - solange diese über ausgewählte Adressen mit der jeweiligen Aussenwelt kommunizieren, wie das heute eben so eingerichtet ist, gibt es defacto keine Adressknappheit.

Nichtsdestoweniger hören wir die Kassandras alle paar Monate gerne wieder :)

Eine Kreatur
01
11.6.2010, 12:02
natürlich ..

wer nicht weiter denken kann, als über das eigene nat hinaus, ist natürlich in klarem nachteil ..

aber wer ein bisserl weiter denkt, mehr vorstellungskraft hat usw. ..

abseits von technischen vereinfachungen - die steuerung des datenverkehrs wird vereinfacht und die hardware übernimmt "arbeiten" der software .. energie- und leistungsersparnis!

das abrufen des status und das ansprechen von geräten usw. wird vereinfacht und die verwaltung dezentralisiert ..

wir leben nun einmal in einer globalen welt und nicht im kleinen nat .. was fürs nat gut genug ist, ist bei netzwerken aus vielen nat's schlecht ..

what4
00

Wenn es "defecto keine Adressknappheit" gibt, warum drosselt dann die RIPE die Vergabe von PI Adressen? Ja, ich meine PI Adressen. Bei PA Adressen fangen Sie auch schon an kleinlich zu werden.

melhor
01

Alle ISP bekommen einen bestimmten IP-Adressraum in dem sie Nummern vergeben können. Wenn sie sich nun in die Leitung einwählen, bekommen sie für die Dauer der Verbindung eine weltweit eindeutige IP-Adresse zugewiesen (egal ob dynamisch vergeben oder statisch).

NAT ist dabei nur bedingt eine Lösung, weil man dabei auch nur begrenzt Ports zur Verfügung hat und weil einige Dienste/Server einen Port öffnen müssen der vom Internet angesprochen werden kann.

Und ich glaube sie können der Aussage von ICANN und Konsorten schon vertrauen [1];)

http://www.tagesschau.de/ausland/i... ng100.html

melhor
00

Hoppla, da hab ich das falsche Dokument kopiert. Das war ein Aprilscherz :)

Hier [1] ist das Richtige!
[1] http://www.icann.org/en/announ... n10-en.htm

Hansi Huber
21
NAT

und alles wird gut

Christian Schindler
 
00
10.6.2010, 09:27

Mhmm - und sehr sicher... Konfiguration mühsam. Begrenzte Zahl von Ports. Diverse Anwendungen können nicht geNATet werden. Etc. IPv6 hätte eine Menge Vorteile - der Adressraum ist nur ein kleiner Teil davon...

hirschi81
01
Seit 10 Jahren die gleiche Meldung...

PyroTFD
10

Joppa, solange weiß man es schon, dass IPv4 einfach zu klein ist und solange wird auch getrickst, dass es sich doch noch irgendwie ausgeht.

Ja, und irgendwann helfen die kleinen Umgehungen des Problems nicht mehr, dann ists voll.

Und nur als Info für die, die es noch immer nicht glauben: In Asien wird IPv6 schon eher genutzt als in Amerika oder Europa, dort gibt es im gesamten nur sehr wenige freie IPv4 Adressen!

waidmann
00

Ca. gleich lange ist auch das Ende der IPv4-Adressen (und damit des Internets) in unmittelbarer Nähe und trifft die Online-Welt in 2-4 Jahren ...

Flaschenpost
02
Kein Problem...

wenn ein paar Konzerne etwas sparsamer mit den Adressen umgehen könnten, würds leicht reichen.

Für mich ist dynamische Adressvergabe und NAT im Heimnetzwerk ein Teil der Internetsicherheit die wir mit IPV6 aufgeben werden.

chelene chirsch
00

was hindert daran, mit ipv6 ein ipv4-lan zu betreiben und zu NATen ?

oder anders: wenn es ein komplettes subnetz ipv6 zur verwendung gibt, macht man statt NAT halt routing und firewallregeln.

RH4111
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Und sie glauben jeder nicht CCIE/MCSE home User kann sich das so einfach konfigurieren/warten/überwachen ...

chelene chirsch
00

und diese "nicht-CCIE" betreiben dann auf welcher basis router/firewalls/nat-gateways ?

diese "feierabend-admins" sind unter anderen auch ein anteil der spam-schleudern, die man so schön häufig antrifft.

da ist es mir fast lieber, der router kommt von telekom oder whatsoever und wird mit einem satz regeln (e.g. zugriff von aussen=reject) vorkonfiguriert. wenns da nicht passt, kann man ja immer noch die birnen...

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Posting 1 bis 25 von 55
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