Wiener Werbeplakat sorgt für Aufsehen

Märchenhafte Schäferstunden

7. Juni 2010, 18:55
  • Artikelbild
    foto: robert newald

    Das Sujet ist nicht anstößig. Und das "Laufhaus" legal. Also bewirbt die Gewista das älteste Gewerbe der Welt großformatig.

Auch ein "Laufhaus" ist ein ganz normaler Werbekunde

Wien - Rechtlich, weiß Hansjörg Hosp, ist alles klar: "Das ist ein legales Unternehmen", betont der Chief Operation Officer (in etwa Geschäftsführer; Anm.) der Gewista. Und weil, setzt Hosp fort, das Plakat nicht anrüchig sei, habe Wiens Außenwerbeplatzhirsch "Schneeweißchen und Rosenrots" Lockruf zu "25 märchenhaften Frauenzimmern" auch affichiert.

Dass die Damen Schäfer- statt Märchenstunden feil bieten, verrät dann das Web: Semi, die "atemberaubende Blondine gibt alles - und das ist nicht wenig", heißt es. Oder "Sandy: selten vereinen sich Stil und pure Lust in einem so perfekten Körper - stoßen sie dazu": Der wienweit groß plakatierte Betrieb ist ein "Laufhaus". Den Unterschied zum Bordell kennen Juristen - und dem Rest der Welt ist er ziemlich egal. 

Schon bisher hätte die Gewista - an der die Wiener SPÖ beteiligt ist - derartige Kundschaft bedient, sagt Hosp, "die buchten aber keine 16-Bogen-Plakate - darum fiel das nicht auf". Aber "wir haben ohnehin nicht bei Schulen affichiert". Den Auftrag abzulehnen wäre rechtlich unmöglich gewesen:  "Das wäre ja Zensur!" Und für Beschwerden gäbe es schließlich den Werberat. 

Dort ist man auf Anfrage des STANDARD aber hilflos: "Können Sie uns das Motiv mailen? Diese Homepage ist bei uns gesperrt." (Thomas Rottenberg/DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2010)

Newalds Photoblog: Schneeweißchen und Rosenrot

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 185
1 2 3 4 5
Heinz Anderle
 
11
20.6.2010, 07:44
1793/1794, auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution,...

... hatte die ultra-jakobinische Pariser Stadtverwaltung das "älteste Gewerbe der Welt" als sittenwidrig und würdelos verboten.

Der Sozialdemokratie als einer der legitimen Erben von 1789 (der andere ist der Liberalismus) galt es als höchstes und edelstes Ziel, Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde für beide Geschlechter durchzusetzen.

Die SPÖ Wien, offenbar käuflich und machtbesessen wie das Direktorium nach 1795, profitiert nun ungeniert von Knechtschaft und Entwürdigung.

Dr. Heinz Anderle, enragierter Freigeist

Gilgamesh
00
27.6.2010, 12:42

Probieren sie es doch wenigstens einmal mit Bildung, sie Titelgeiler Troll....

Die Zeit ist reif
03
14.6.2010, 16:48
Zuerst hat's mich g'rissen

und 2sek. später war ich erfreut, denn endlich kann
etwas legal werden. Mit Allem was dazu gehört.
Diese Branche wäre bei mir schon längst versichert
ohne wenn und aber. Solange im TV Alk und Tschiks
bis 21h verbraten werden kann man solche Plakate
hinhängen wo's gefällt. In den Klassen haben die
meisten Kinder auch schon Trennungen überstanden
und erleben teilw. Schlimmeres nur um mal die
erzkonservative Ecke zum Nachdenken
an zu regen ;-).

Freudenspender
00
10.6.2010, 14:21
Freuden lauf

in anderen Ländern darf man für Bestattungen werben, warum nicht für Freudenhäuser bei uns, im ach so morbiden Wien
http://www.lustvolle-liebe.de/2010/06/0... -plakaten/

Berolina Schreibmaschine
01
10.6.2010, 16:44
Naja, ist halt kein Freuden-, sondern Laufhaus

das ist Immobilienspekulation für Zuhälter, ein Discounter für Sexarbeit, schafft scheinbar große Gewinne für den Betreiber, und die Migrantinnen drinnen (die einzigen, die in Österreich übrigens mit offenen Armen aufgenommen werden) könnens erarbeiten als Konkurrenz zu denen, die noch halbwegs selbständig mit Normalpreisen arbeiten. Hier in Berlin wurde grad eins verboten, damit den Damen auf der Straße am Kurfürstendamm auch noch die Existenz bleibt und der Bezirk außerdem nicht vollends kippt, rotlichtwärts.
Das wird anderswo auch nicht unter Werbungsaspekten diskutiert, sondern wegen dem Faktor Dumping in dem Bereich, was zugegeben unappetitlich wirkt: 25 Euro für....., das riesig aufgeblasen auf jeder Ecke...

Epistula non erubescit
71

es gibt vielleicht freizügigere Plakate in Wien, aber daß Prostitution mittlerweile wie eine Dose Chappi an riesigen Plakatwänden beworben wird ist neu und meiner Meinung nach alles andere als ok.
Raucherwerbung ist verboten, aber das nicht????

Mirstetta Toni
00
11.6.2010, 12:31

eröffnen sie einen raucherclub und bewerben sie diesen wie das laufhaus.

Bono Nobo
01
10.6.2010, 15:39

Rauchen ist ungesund und Schnaxxxeln ist gut für Physis und Psyche aber das dürfte Ihnen entgangen sein per dato entgangen sein, anders ist Ihre Aussage nicht zu erklären.

nina yankow
00
10.6.2010, 20:50

solange gummis nicht verpflichtend sind, ist ihre behauptung hinfällig. davon abgesehen ist das für die prostituierten nicht einfach "schnaxxln", sondern eine körperliche und oft genug wohl auch psychische belastung (was glauben Sie, wie oft die frauen, die auf der homepage "nur gentlemen mit niveau" hinschreiben, auch tatsächlich solche kunden bekommen?)

Superposition des Produktzustandes
00
27.6.2010, 18:59

'Gentlemen mit Niveau' heißt viel Kohle und sonst garnix.

Berolina Schreibmaschine
01
10.6.2010, 17:01
ach so und für wen, muss man auch dazu sagen, für die Kunden ist das natürlich eine feine Sache

für die Gesellschaft auch ein nobler Dienst, wenn man sich im Forum ansieht, wieviel da ihre Bedürfnisse kaum kontrollieren können, wenn sie ein Plakat sehen...Kein Wunder benutzt das die Werbung als Bauernfänger...ABER: ganz schön anstrengend, im Diskonter ist das Tagespensum dann wieviel (80- 100 Kilo schwere, wie das bei uns in Ö so ist??) ??? am Tag, damit sich das Leben und die Miete im Discounter dort ausgehen. Sozusagen, der Hofer unter den Sexanbietern, das ist ein Laufhaus...Das kann für die, die das abarbeiten müssen auch nicht gesund sein. Fragens die Ärzte, die den "Deckel" ausstellen, wie gesund das ist...

Berolina Schreibmaschine
00
10.6.2010, 16:46
Nur safe!

sonst weder noch....

zitronen_bob
00
10.6.2010, 14:43
Chappi ist für den Hund ...

... nicht wesentlich gesünder als rauchen für den Menschen. In diesem Sinne wären wohl eher Plakate für das Rauchen mit Plakaten für Chappi zu vergleichen als mit diesem Plakat ...

Gilgamesh
01
10.6.2010, 14:05

Regen sie sich jetzt auf weil Prostituierte Werbung machen, oder weil es Frauen sind??

Wären ihnen Männer lieber?

ouh... i want to chop, babe...
02
10.6.2010, 10:17

werden sie vom sex krank?

Der Beschte vom Weschtn
00

Solange in der Webung der Konsument meist mit scheinheiligen Halbwahrheiten an der Nase herumgeführt wird, ist dies einfach der falsche Anlass um ethische Diskussionen zu führen. Da müssten fast alle Werbungen verboten werden.

ama2deus
03
da hinkt was

raucherwerbung kann schwer mit prostituion verglichen werden, da rauchen gesundheitsschädigend ist, prostitution, sofern alles sicher abläuft, im regelfall nicht.

Berolina Schreibmaschine
00
also prinzipiell ist es so, dass ich nirgendwo in Europa so schwülstige Werbung wie in Österreich, besonders Wien gesehen habe

da wird man ja schon am Flughafen vom Edelpuff empfangen. Sexistische Werbung ist da noch mal ein anderes Kapitel aber die Überdrübererotisierung des Alltags in Ö an Plakatwänden ist schon auffällig. Passt anscheinend zu uns Ösis, schlechtes Image als Liebhaber in den Statistiken dafür Lechz und Hechel überall. Schöne Grüsse aus Deutschland (oder liegts am Protestantismus versus Katholizismus??) Die Gewista hängt übrigens wirklich ALLES auf, wer kann sich noch an die besten Beispiele erinnern???

Jakob der Schwitzer
00
10.6.2010, 16:24
sit doch ein blödsinn

ankommen zürich....infoheft.. jede zweite seite mit Escort service

Bukarest noch schlimmer..

Vegas... da hat man ja mittlerweile eine wand zu tapzieren mit den ganzen karten

Berolina Schreibmaschine
00
10.6.2010, 23:06
Ich rede nicht von Inseraten,

sondern Plakate im öffentlichem Raum, apropos auch selten Städte mit so viel Plakatfläche und alles ein Monopol: Gewista. Ist das nicht irgendwie eine parteinahe Firma?
Ich hab in Schwechat schon oft mitgekriegt, wie sich Leute über das Babylon Plakat wundern . Ich finds nicht schlimm, nur irgendwie grindig.

zitronen_bob
05
10.6.2010, 14:40
Beste Beispiele für "die Gewista hängt wirklich alles auf":

- Jörg Haider
- Ewald Stadler
- Barbara Rosenkranz
- HC Strache

Aufhängen ist da jetzt in Form von "affichieren" gemeint ...

Hans Over
00
24.6.2010, 12:54
… leider

moneygambler
00
Schönes Plakat

Dieses Plakat wurde wenigstens nicht mit Steuergeld subventioniert, sowie der Swingerclub samt strenger Kammer in der Secession.
http://snipurl.com/x8x63

serialmum
03

Honi soit qui mal y pense!
Super Plakat, tolles sujet - EmanzInnen, MoralapostelInnen und fade ZipfInnen: love is in the air!

Muh Kuh
 
03
Also ich weiß nicht, mir wäre das Plakat ohne Zeitungsartikel nicht aufgefallen..

beworben wird doch fast alles auf die gleiche Art, ich kanns schon lange nicht mehr sehen. Meiner Meinung nach haben die diversen "Hingucker" keinerlei erotische oder sinnliche Ausstrahlung, einige Vöslauer-(oder warens Römerquelle?)-Sujets aus den 80er oder 90er Jahren vielleicht ausgenommen. Ein Spaziergang in der Stadt mit ihren lebendigen Bewohnern ist 10x inspirierender und interessanter!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 185
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.