Mayrhuber mit AUA-Sanierung zufrieden

7. Juni 2010, 18:42
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Ticketpreise auf Europa-Strecken im Keller

Berlin - Die Lufthansa hat ihren Übernahmehunger vorerst gestillt. Trotz massiver Verluste ist sie mit der Sanierung der AUA zufrieden, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Montag am Rande der IATA-Jahreshauptversammlung, einem Treffen der Branche. Das Ziel, bei der AUA heuer kein Geld mehr zu verbrennen, sei machbar.

Belebt sieht die Lufthansa derzeit die Langstrecke. Auch auf Routen in Deutschland und Europa lege das Passagiervolumen zu. Das Niveau von 2008 sei jedoch bei weitem noch nicht erreicht. Und die Preise seien absolut im Keller, sagte Lufthansa-Vizechef Christoph Franz.

Der Konzern rechnet auch in den kommenden Monaten mit niedrigen Erlösen bei Europaflügen. Der Wettbewerbsdruck auf der Kurzstrecke sei unverändert groß, sagte Franz. Das Frachtgeschäft laufe angesichts der Wirtschaftserholung aber wieder rund. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage würden die Investitionen nicht gekürzt. Im Vorjahr seien 2,4 Mrd. Euro investiert worden, so Mayrhuber, 1,9 Mrd. davon in neue Flugzeuge.

Der Konzernchef kündigte an, dass er Klagen wegen der Flugverbote infolge der Vulkanasche im April prüfen lasse. Es handle sich dabei nicht um staatliche Subventionen, "aber wir wollen eine Kompensation".

Emissionshandel

Mayrhuber schlägt der EU-Kommission als einen - budgetschonenden - Weg der Unterstützung der Branche vor, die Airlines erst ein Jahr später in den CO2-Emissionshandel aufzunehmen. Das wäre gerade auch für europäische Airlines, die noch nicht fertig sind damit, ihre Verluste zu beseitigen, eine große Hilfe.

Um die Luftfahrt umweltfreundlicher zu machen, böte sich als größtes Projekt der einheitliche europäische Luftraum (Single European Sky) an, argumentierte Mayrhuber. Damit könnten Emissionen zweistellig reduziert werden. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.6.2010)

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