Abbas, Assad und Ahmadi-Nejad bei Erdogan

7. Juni 2010, 17:36
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Internationales Sicherheitstreffen in Istanbul – Israel sandte kein Regierungsmitglied

Paris - Unter dem Eindruck der seit der Kaperung einer Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern dramatisch verschärften Spannungen mit Israel ist in der Türkei am Montag ein zweitägiges internationales Gipfeltreffen zu Sicherheitsfragen eröffnet worden. Der 2002 auf Initiative des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew gegründeten "Konferenz für Interaktionen und vertrauensbildende Maßnahmen" (Cica) gehören 20 Staaten an, darunter Russland, die zentralasiatischen Exsowjetrepubliken, China, Indien, Pakistan, der Iran, Syrien, Israel und Palästina. Auch der afghanische Präsident Hamid Karsai soll an dem Gipfeltreffen in Istanbul teilnehmen. Die türkische Regierung erklärte, Israel sei eingeladen worden, mit seiner Teilnahme werde jedoch nicht gerechnet. Israel selbst verzichtete darauf, ein Regierungsmitglied zu der Konferenz zu schicken.

Ankara hat die Gaza-Krise und die Lage in Afghanistan zum Testfall für die Organisation erklärt, die zuletzt 2006 einen Gipfel abgehalten hatte. Im Vorfeld des CICA-Gipfels wollten Erdogan und der türkische Staatspräsident Abdullah Gül am Montag Einzelgespräche mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, dem russischen Premier Wladimir Putin, dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und dem iranischen Staatschef Mahmud Ahmadi-Nejad führen.

Vermitteln für Shalit

Erdogan will zudem nach Angaben eines Rabbiners seine Kontakte zur Hamas nutzen, um die Freilassung des in Gaza festgehaltenen israelischen Soldaten Gilad Shalit zu erreichen. Rabbi Menachim Froman aus dem Westjordanland, ein prominenter Friedensaktivist, berichtete nach einem Gespräch mit Erdogan am Wochenende, der türkische Premier wolle sich in den Fall Shalit einschalten. Der junge Mann wird seit vier Jahren in Gaza gefangen gehalten. Die Türkei sei der "natürliche Vermittler" zwischen Israelis und Palästinensern, sagte Froman im israelischen Armeerundfunk. (Reuters, AFP, dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2010)

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