Gold keine mündelsichere, sondern spekulative Anlage

7. Juni 2010, 16:11
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Als klassisches Veranlagungsmittel durch Erfahrung der letzten Jahre infrage gestellt

Wien - Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat in einer aktuellen Entscheidung (7 Ob 29/10f) die Veranlagung von Sparvermögen von Kindern in Gold als nicht "mündelsichere" Veranlagung angesehen. Hintergrund der Entscheidung ist die geplante Umschichtung des gesamten Geldvermögens von rund 350.000 Euro vom Sparbuch von zwei Minderjährigen in Goldbarren und -münzen. Begründet wurde dieses Vorhaben mit den Vertrauensverlust in die Banken, den möglichen Bonitätsverlust des Staates aufgrund der Bankenrettung und drohende Inflationsgefahren, teilte der juristische Fachverlag Lexis Nexis in einer Aussendung am Montag mit.

In der Entscheidung schloss sich der OGH dem Erstgericht an, das von einem spekulativen Charakter bei Gold ausgegangen war, und verweigerte die Vermögensumschichtung, heißt es in dem in der Fachzeitschrift "Zak" (Zivilrecht aktuell) veröffentlichen Urteil. Generell gelte der Grundsatz, dass Sicherheit vor Ertrag gehe.

"Gerade die wirtschaftliche Entwicklung des letzten Jahres habe gezeigt, dass eine spekulative Anlage von Geld zu großen finanziellen Nachteilen führen könne", heißt es in dem Urteil. Und weiter: "Gold sei letztlich nichts anderes als eine Anlage mit spekulativem Wert. Früher möge es als klassisches Veranlagungsmittel bezeichnet worden sein, durch die Entwicklung der letzten Jahre sei dies jedoch fraglich geworden." Als sicher geltende Anlageformen nennt das Gesetz unter anderem Mündelgeldsparbücher, bestimmte Wertpapiere und Liegenschaftsvermögen. (APA)

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