Prudential buhlt um Aktionäre

7. Juni 2010, 16:08
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Vorstand um Schadensbegrenzung bemüht

London - Der britische Versicherer Prudential umwirbt nach dem desaströsen und kostspieligen Scheitern der Übernahme des AIG-Asiengeschäfts seine Aktionäre. "Bitte glauben Sie uns, wie leid es uns tut, dass wir Kosten eingegangen sind, nur um dann an der letzten Hürde zu scheitern", sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Harvey McGrath am Montag auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Der in der vergangenen Woche fehlgeschlagene Kauf von AIA im Volumen von mehr als 35 Mrd. Dollar (29,3 Mrd. Euro) hat Prudential etwa 650 Mio. Dollar gekostet.

Auch Vorstandschef Tidjane Thiam war um Schadensbegrenzung bemüht: "Ich habe jetzt zwei Aufgaben vor mir - ich muss die Möglichkeiten nutzen, die vor uns liegen, und Ihr Vertrauen zurückgewinnen. Ich werde dies tun, so lange Sie mich als ihren Chef wollen". Das Image Thiams als erfolgreicher Geschäftemacher hat unter der letzten Pleite arg gelitten und viele Aktionäre haben seither seinen Rücktritt gefordert.

Ursprünglich sollte auf der Hauptversammlung der AIA-Kauf durch die Aktionäre genehmigt werden. Das Geschäft schlug auch deswegen fehl, weil Thiam den Widerwillen der Anteilseigner unterschätzt hatte. Um diese nun zu beruhigen und den Fokus wieder aufs Alltagsgeschäft zu lenken, gab Prudential am Montag auch Umsatzzahlen bekannt. Im ersten Quartal legte der Absatz um 26 Prozent zu, im April und Mai waren es sogar 28 Prozent.

Trotz der offensichtlichen Unzufriedenheit der Aktionäre verteidigte Prudential die Übernahmeidee. "Wir bleiben davon überzeugt, dass wir richtig damit lagen, diese Geschäftsmöglichkeit zu verfolgen", sagte McGrath. (APA/Reuters)

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