Restalkohol: Im Kampf gegen die Promille

Ursula Schersch
8. Juli 2010, 11:23
  • Wie langsam der der Alkoholabbau im Körper stattfindet, wird oft 
unterschätzt.
    foto: reuters/kham

    Wie langsam der der Alkoholabbau im Körper stattfindet, wird oft unterschätzt.

Hilft die "gute Unterlage", ein Nickerchen oder die kalte Dusche, um schnell wieder nüchtern zu werden?

Gastgärten und Grillfeiern haben derzeit Hochsaison. So auch kühle alkoholische Getränke wie Bier, weißer Spritzer & Co., die gerne als flüssige Begleitung zu Grillwürstl und Kotelett Verwendung finden. Eine "gute Unterlage", die meist aus einem kalorienreichen, fetten Essen besteht, soll Feiernden eine bessere Trinkausdauer verleihen. Ist es schon zu spät dafür, gibt es Volksweisheiten, die im nachhinein schneller zu Nüchternkeit verhelfen sollen. Doch was ist dran an den weit verbreiteten Weisheiten?

Gleich vorweg: Zeit ist das effektivste Mittel im Kampf gegen die Promille. "Pro Stunde beträgt der Alkoholabbau in der Leber durchschnittlich 0,1 bis 0,15 Promille", erklärt Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Männer seien dabei etwas besser gestellt als Frauen. "Alkohol löst sich besser in Wasser als in Fett, weshalb die Blutalkoholkonzentration im Wesentlichen von der Menge des Körperwassers abhängt. Wer schwerer ist, hat in der Regel mehr Körperwasser und damit bei gleicher konsumierter Alkoholmenge eine niedrigere Blutalkoholkonzentration", so Seidenberger. Da Frauen einen höheren Anteil an Körperfett aufweisen, dagegen aber weniger Körperwasser, ist das männliche Geschlecht, was das Trinkvermögen betrifft, klar im Vorteil.

Schneller betrunken durch ...

Die Aufnahme des Alkohols geschieht über die Schleimhäute des Verdauungstraktes, zum Großteil über den oberen Dünndarm. Je länger Alkohol daher im Magen verweilt, desto zeitlich verzögerter gelangt er in die Blutbahn. Die "gute Unterlage" schadet somit nicht, denn Alkoholgenuss auf leeren Magen macht schneller betrunken. "Eine gute Grundlage im Magen, lässt die Blutalkoholkonzentration langsamer ansteigen, da Nahrung dazu führt, dass der Alkohol länger im Magen bleibt und später in den Darm gelangt", so die Verkehrspsychologin. Neben der Magenfüllung bestimmen Trinkgeschwindigkeit und Art des Getränks die Verweildauer des Alkohols im Magen maßgeblich. Warme, zuckerreiche oder kohlesäurehaltige alkoholische Getränke passieren den Magen schneller und bewirken, dass Trinkende rascher betrunken werden - ein höherer Gesamtpromillewert wird dennoch nicht erreicht. Auch der Tipp, während des Alkoholkonsums viel Wasser zu trinken ändert nichts am Alkoholisierungsgrad. Wasser gleicht lediglich die dehydrierende Wirkung von Alkohol aus.

Vermeintliche "Promillekiller"

Geht es darum, so schnell wie möglich wieder nüchtern zu werden, besagen Volksweisheiten, dass Schlaf, der Konsum von Kaffee, eine kalte Dusche oder das "Herausschwitzen" von Alkohol helfen sollen. Diese "Promillekiller" tragen zwar unter anderem dazu bei, sich subjektiv besser zu fühlen, der Alkoholwert im Blut sinkt deshalb aber nicht schneller. "Mit diesen Hausmittelchen schneller nüchtern zu werden funktioniert nicht. Bis zu zehn Prozent des Alkohols wird über Lunge, Niere und Haut ausgeschieden - der größte Teil wird aber in der Leber abgebaut. Der Alkoholabbau in der Leber braucht eben seine Zeit", so Seidenberger.

Auch wer nach einem feuchtfröhlichen Trinkgelage entscheidet, nicht mehr ins Auto zu steigen und vor Ort zu übernachten sollte eines bedenken: Wer am nächsten Tag nach Hause fährt, hat oft noch mehr als den erlaubten Promille-Wert im Blut - darunter leidet auch die Reaktionsfähigkeit.

Sind Personen mit einem erhöhten Promillewert in einen Unfall oder eine Verkehrskontrolle verwickelt, sei es irrelevant ob Restalkohol oder frischer Rausch. "Die Blutalkoholkonzentration ist ausschlaggebend egal ob "alt" oder "frisch", erklärt die Verkehrspsychologin. Wie langsam der Alkoholabbau im Körper stattfindet, werde trotzdem oft unterschätzt. Weist eine Person um Mitternacht 2 Promille auf, so hat sie um 9 Uhr am Vormittag immer noch rund 1 Promille. Das einzige, was den Alkoholgehalt im Blut daher wirklich senkt, ist Zeit. (derStandard.at, 8.7.2010)

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Wie schaut's eigentlich mit Sport aus?

Ich habe zumindest das Gefühl: nach einer dreiviertel Stunde Ausdauersport direkt nach dem Zechen ist das Aufstehen (bzw. das gerade Stehenbleiben) in der Früh deutlich leichter.
Stoffwechsel?

Der beste Weg um einen Kater zu vermeiden ist der, nie nüchtern zu werden (Lemmy Kilmister)

I hob a so a Restfettn, i kunnt a jedes Fest retten!

Zum Wohl!

Ham's an Restalkohol?

Herr Inspekta, tuan's ned bettln!

wieso wurde das allseits beliebte "reparaturseidl" nicht erörtert?

is des ned eh scho laung da "reparaturhoibn" gewichen?...

so weit so gut, bis auf die kleinigkeit,

dass frauen auch (durchschnittlich) eine niedrigere menge an alkoholdehydrogenase aufweisen. und dieses enzym ist wichtig beim abbau des alkohols. asiaten haben davon übrigens noch weniger, als europäische frauen.

Der Frauen-Männer ADH level wie Sie ihn beschreiben trifft auf junge Menschen zu. Bei >40 jährigen kann sich das ändern.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12107043
oder auch
http://en.wikipedia.org/wiki/Alco... ydrogenase
Abgesehen davon, spielt nicht nur die ADH Konzentration im Körper eine Rolle, sondern auch das Allel.

man lernt nie aus. danke!

Oder einfach die alte Volksweisheit:
"A feichta fetzn is glei nos!"

wenn das wirklich stimmt, war ich letzten 20 jahre nie nuechten.

dann solltest du dir mal diese seite ansehen:

www.api.or.at

freundliche menschen, die dir gerne helfen.

A Rausch is wie a Gulasch. Umso öfters aufgwärmt, umso besser.

wie war das seinerzeiit im 1er Kastl vom DAG zu lesen zum thema Restalkohol
"na der Alk der im Lokal überbleibt is mir wurscht"

Schneller wieder nüchtern werden - was für ein schwachsinn. Schnellr betrunken werden und länger betrunken sein - dafür trinke ich doch erst.

fettn aufrecht erhalten ist der beste weg. natürlich ohne Auto!

Weist eine Person um Mitternacht 2 Promille auf, so hat sie um 9 Uhr am Vormittag immer noch rund 1 Promille.

Da hätten SIe sich besser nicht bei einer Verkehrspsychoöigin erkundigt, sondern bei jemandem, der sich damit auskennt. Gerischtsmedizinerin, Toxikologe u.äm.

Beim Manne sinds 0,15%o Abbau pro Stunde im Schnitt beim Weibe 0,1%o .

Es darf gerechnet werde.

Darum steht ja auch "rund" 1 Promille.
Rund kommt von runden und dann darf man beim Weibe von 1,1 Promille auf 1 Promill runden.
Ausserdem ist das ein Richtwert und man sollte vorsichtshalber eher vom Worst Case ausgehen, also sollte auch der Mann ein bisschen nach oben runden.
Es darf nachgedacht werden. ;-)

tja, aber wer weiß schon wieviel promille er hat ohne das es ihm die polizei mitteilt. auch das körpergewicht ist äußerst wesentlich.

0,1g alkohol pro kg körpergewicht pro stunde ist um einiges exakter. ein 80kg mann also 3h für ein krügerl um wieder sowas wie "nüchtern" zu sein.

Naja, wenn jede Person sich merkt, was getrunken wurde, so kann die Gramm Ethanol errechnet werden, daraus die Promille zur Fertigtrinkzeit und es kann durchgerechnet werden, wann wer nüchtern wird.

Und das können (wollen) Sie noch mit 2 Promille?

Vielleicht gibts ja ein Iphone-Gadget? : P

Um 0,15%o in der Stunde abbauen zu können, muß aber die Leber dementsprechend schon "trainiert" sein, nach meiner Erfahrung ist 0,1%o eher die Realität.

du kannst die leber nicht "trainieren".

Aber es heisst doch: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben?
(Natürlich nur ein Scherzerl...)
Ich halt mich an Paracelsus - Dosis facit Venenum.

Mein erstes Achterl Rotwein brauchte 8 Stunden zum Abbauen, aber es waren dennoch nur 0,3%o.

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