Ampel in Gastgärten soll für Ruhe sorgen

07. Juni 2010 15:38
  • Artikelbild
    Foto: apa/dest

    Georg Niedermühlbichler, Daniela Stepp und Kuchldragoner-Besitzer Ronald Gutharc präsentieren "WUFI".

Lichtanlage misst Lärmpegel und soll zu Disziplin mahnen - Pilotversuch der SPÖ Innere Stadt im "Kuchldragoner"

Wien - Rot wie Ruhe! - Die SPÖ will die Gastgartenbesucher in der Wiener Innenstadt mittels Ampel disziplinieren. Eine lärmempfindliche Lichtanlage wird die Lautstärke der Draußensitzer messen. Verhalten sich die Besucher leise, leuchtet ein grüner Smiley. Bei ausufernder Dezibelhöhe soll jedoch ein rotes Gesicht mit heruntergezogenen Mundwinkeln zur Senkung des Lärmpegels ermahnen. WUFI - die "Ampel für Wohlfühlen und FAIRgnügen" - wird vorerst nur im City-Gasthaus '"Zum Kuchldragoner" stehen, langfristig strebt die SPÖ Innere Stadt aber eine Ausweitung des Projekts an, so die stellvertretende Bezirksvorsteherin Daniela Stepp (SPÖ) am Montag.

Wenn die Lautstärke in den Schanigärten überhandnehme, beeinträchtige das die Lebensqualität der Anrainer, begründete Stepp den ungewöhnlichen Vorstoß. Grün steht für "Nur weiter so", Orange für "Ein bisschen leiser wäre angenehm", während Rot ein strenges "Stopp - das ist zu laut" signalisiert. Esser und Trinker seien sich oft nicht bewusst, dass ihre Unterhaltungen auch noch einige Stockwerke hoch zu hören seien, gab die Vize-Bezirkschefin zu bedenken.

Inspiriert wurden die Sozialdemokraten von einem ähnlichen Modell, das in einigen Wiener Schulklassen angewendet wird. Dort zeige eine Ampel, wenn das Tratschlevel im Unterricht zu hoch sei. "Natürlich gibt es Schüler, die es draufanlegen, dass Rot erscheint", sprach Stepp, selbst Lehrerin, aus Erfahrung. Diese Gefahr sei grundsätzlich natürlich auch im Schanigarten gegeben.

Nicht zuletzt deshalb wünscht sich die Bezirks-SPÖ "als ergänzende Variante" die Einführung eines "Fair Play"-Teams auch in der Innenstadt. Dieses Mediatorenteam speziell für Abend- und Nacht gibt es - als 18. Ordnungstrupp der Bundeshauptstadt - seit Mai, wobei nicht alle Bezirke beteiligt sind. In der von ÖVP-Bezirkschefin regierten Inneren Stadt wurde der Vorschlag von der Bezirksvertretung jedoch abgelehnt. Bei der nächsten Sitzung am Mittwoch wollen die Roten nun einen neuerlichen Überzeugungsversuch starten. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 88
1 2 3
Emil Sacklinger
 
28.06.2010 10:39
rettet den schanigartengröler

sonst zücke ich die vuvuzela ...

grashüpferIn
27.06.2010 23:21

Wien ist anders!

o glorioso pé de friedenreich
16.06.2010 20:26
warum wundert mich das irgendwie gar nicht

dass sich ausgerechnet die sozialdemokraten jetzt als oberkontrollfreaks aufspielen? man kann gar nicht soviel fressen...

parapente
16.06.2010 10:58
Es ist schon irgendwie


lustig in Wien!

bouche dorée
11.06.2010 10:59
FAIRgnügen mit WUFI

ärger gehts echt nicht mehr

marty fink
10.06.2010 23:16
"""WUFI"""

OMG!!!

vermutlich unschuldig geltendes posting
10.06.2010 11:43
Neuigkeiten aus der...

...Anrainerrepublik. Traurig, traurig.

Gesundheit-vor-Profit
09.06.2010 21:13
Zur Neu-Regelung von Gastgärten – Teil 1

Die Diskussion um die "Lärmampel" sollte jedoch nicht den Blick auf den vorliegende Ministerialentwurf zu § 76a zur Neu-Regelung von Gastgärten verstellen!
Erfreulicherweise wurden im Rahmen der Begutachtung - nachzulesen unter
http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXI... /pmh.shtml
kritische Stellungnahmen von folgenden bedeutenden Stellen abgegeben:
- Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts
- Volksanwaltschaft
- Umweltbundesamt
- BM für Gesundheit
- BM für Inneres
- Amt d. Tiroler Landesregierung - Verfassungsdienst
- Österr. Städtebund
- Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte
- Der Grüne Klub im Parlament
- Bürgerinitiative „SPINST“ 24h & Univ. Doz. Mag. Dr. Martin Kind

Gesundheit-vor-Profit
09.06.2010 21:12
Zur Neu-Regelung von Gastgärten – Teil 2

Für Außenstehende ist der vorliegende Ministerialentwurf zu § 76a auf dem ersten Blick mit einem trojanischen Pferd vergleichbar!
Bei genauerer Betrachtung jedoch „entpuppt“ sich dieses harmlos wirkende Gebilde welches von Vertretern der Wirtschaft hins. der „Berücksichtigung von Anrainerinteressen“ gepriesen wird, als eine zutiefst menschenverachtende Regelung welche wider besseres Wissen auch nicht davor zurückschreckt die Gesundheit von unbeteiligten Menschen zu gefährden und es als gegeben erachtet, dass unzumutbare Belästigungen selbstverständlich hinzunehmen sind.

Gesundheit-vor-Profit
09.06.2010 21:11
Zur Neu-Regelung von Gastgärten – Teil 3

Sollte der vorliegende Ministerialentwurf – der lt. rechtlicher Stellungnahme von Univ. Doz. Mag. Dr. Martin Kind eindeutig verfassungswidrig ist – ohne Berücksichtigung der im Begutachtungsverfahren vorgebrachten Kritik vom Parlament beschlossen werden, so beutetet dieser Dammbruch eine vollige Entrechtung zig-tausender NachbarnInnen und AnrainerInnen von Gastgärten mit weitreichenden Folgen.

verleih nix
10.06.2010 09:55

im nördlichen waldviertel gibts wirklich ruhige wohnlagen

Gesundheit-vor-Profit
11.06.2010 08:07
OHNE gastgarten gib es RUHIGE wohnlagen auch in innerstädtischen bereichen z.b. in innenhöfen oder in seitenstraßen!

werwolfi
22.06.2010 03:53

grob geschätzt mind. 90% der gesamtfläche von wien haben keine gastronomie bzw. keine schanigärten - man kann es sich also aussuchen.
wer zuerst mitten auf den spittelberg o.ä. zieht und sich dann über den gesprächslärm am abend beschwert, ist v.a. eines: selbst schuld.

interessanterweise stellen die schanigartenmotzer wegen des gesundheitlich weit bedenklicheren straßenlärms kaum je einen derartigen baum auf...

Gesundheit-vor-Profit
23.06.2010 22:25

Verkehrslärm mit Gastgartenlärm abzuwägen ist so, als würde man Pest mit Cholera vergleichen!
Beide Lärmarten beeinträchtigen die Gesundheit von Betroffenen auf unterschiedliche Art!
Es ist jedoch die Informations- und Impulshaltigkeit des Gastgartenlärms (auch wenn die Gäste nicht grölen und schreien, sondern sich „normal“ unterhalten) der unmittelbar betroffenen Nachbarn nicht nur auf unzumutbare Weise nervt, sondern bei länger andauernden Belastungen definitiv gesundheitlich beeinträchtigt!
Viele Bewohner in Fußgängerzonen würden daher lieber den seinerzeitigen Verkehrslärm hinnehmen der sich in den Nachtstunden erfahrungsgemäß stark verringert während der Lärm eines Gastgartens umso stärker hervortritt.

Gesundheit-vor-Profit
23.06.2010 22:08

Das Umweltamt der Landeshauptstadt Graz bestätigt in seiner Stellungnahme vom 06.12.1999:
"(...)Aus schalltechnischer Sicht kann daher folgendes festgehalten werden:
Durch den Betrieb eines Gastgartens mit beispielsweise 20 Verabreichungsplätzen, davon 2/3 belegt, ist in der Zeit zwischen 23:00 und 24:00 Uhr abhängig von der örtlichen Lage bezogen auf die darüber liegenden Wohnnachbarn eine Erhöhung des Umgebungslärms von 5 dB (Hauptstraße) bis zu 15 dB (Nebenstraße) und somit subjektiv eine störende Belästigung der angrenzenden Wohnnachbarn zu erwarten….

Ben Vassy
23.06.2010 08:08

wer in einer solchen diskussion wiederholt unterstellt, die betroffenen anrainer würden zum schanigarten "hinziehen", der ist vor allem eines: ein troll.

die leut leben seit jahrzehnten, oft sogar über generationen hinweg in ihren wohnungen. sollen die jetzt wegziehen, weil rücksichtsloser pöbel beschlossen hat, jede nacht vor ihrem schlafzimmerfenster zu johlen und zu schreien? sicher nicht.

werwolfi
23.06.2010 19:37

der troll ist hier wohl der, der alle schanigartenbesucher in bausch und bogen als "johlenden pöbel" verunglimpft.

die paar anrainer, die schon seit generationen irgendwo wohnen wo erst später gastronomie angesiedelt wurde, sind bei weitem in der minderzahl - und i.a. mehr als entschädigt durch geradezu lächerlich geringe "friedenszins"-mietsätze, die die durchschnittsmieten für den weniger privilegierten rest der bevölkerung in die höhe treiben.

Ben Vassy
23.06.2010 20:05

was sonst als johlender pöbel ist das? wer um 10 uhr nachts ohne rücksicht auf anrainer auf der straße trinkt, lacht, den kellner ruft (passiert idR nicht im flüsterton), der macht sich durch sein verhalten nun mal zum pöbel. - andere menschen haben *erziehung* genossen - inklusive so exotischer konzepte wie "rücksicht". die setzen nicht immer nur sich und ihr vergnügen in den vordergrund.

werwolfi
24.06.2010 15:37
und du hast selbstverständlich die wahrheit gepachtet, die da lautet: grundsätzlich alle schanigartenbesucher verhalten sich so, immer und ohne ausnahme.

komisch, in fast allen schanigärten die ich besuche, geht es immer sehr gesittet zu und es herrscht gesprächstechnisch zimmerlautstärke...
vielleicht solltest du aus der prologegend wegziehen, in der du augenscheinlich augenblicklich logierst, dann wird's auch gleich sehr viel leiser am abend.

Ben Vassy
24.06.2010 15:46

Ich bitte um Übermittlung der Adressen dieser "Flüster-Schanigärten", damit ich weiß, wo ich hinziehen kann.

werwolfi
24.06.2010 18:35

in den bezirken 2 bis 9 fallen mir überhaupt keine überlauten ausnahmen ein die ich kennen würde.

die ausnahmen befinden sich im bermudadreieck (wo kein vernünftiger mensch wohnt der seine ruhe will) und an gürtel und donaukanal (wo der verkehrslärm auch des nachts schlimmer ist bzw. es unmittelbar keine anrainer gibt).

verrat mir mal, in welcher gegend du wohnst, wo es angeblich (außer dir natürlich) nur "pöbel" gibt.

Ben Vassy
24.06.2010 20:38

Adresse und Telefonnummer auch noch? Ich bin nicht mehr zu haben.

Ich will keine Bezirke. Ich will einen Schanigarten, von dem Sie behaupten, er wäre "ruhig". *Den* will ich mir mal konkret anschauen.

werwolfi
25.06.2010 17:07

bezirk hätte völlig gereicht, nur um zu sehen, *wie* unverschämt deine gesamtverurteilung aller gestgartenbesucher als "pöbel" ist (wäre genau dann gestattet, wenn du am rabensteig im 1. oder 2. stock wohnst...)

ich soll aber adressen und tel.numemrn liefern, oder wie?
ich bleib dabei: praktisch alle normalen schanigärten in den bezirken 1-9, punkt aus.

Christ Kind
15.06.2010 14:58
Gastgaerten

gehoeren nunmal zum Stadtbild, Leut wie Sie sollten wirklich am LAnd leben.

Gesundheit-vor-Profit
09.06.2010 21:00
Akustischer Fahrtenschreiber für den Gastgarten - Teil 1

Um Nachbarn und Anrainer von Gastgärten vor gesundheitsgefährdenden bzw. unzumutbaren Belästigungen wirkungsvoll zu schützen, müsste das präsentierte Gerät technisch nach dem Vorbild von SoundLevel.Online, nachzulesen unter
http://www.oekostadt.graz.at/cms/beitr... 3/1343867/
aufgerüstet und dabei sinnvollerweise auf die stimulierende "Lichtorgel" verzichtet werden.
Der zeitliche Pegelverlauf (gemittelter Wert und Schallpegelspitzen) der die Umgebungslärmsituation vor Ort (mit Gastgartenbetrieb) dokumentiert wird aufzeichnet und dem gemittelten Wert der sogenannten "tatsächlichen örtlichen Verhältnissen", (ohne Schani- bzw. Gastgarten) gegenübergestellt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 88
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.