6,8 Millionen Euro für Privatsender - vor 160 Millionen für ORF

18. Juni 2010, 11:45
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Insgesamt stehen knapp zehn Millionen zur Verfügung - ATV bekommt 1,4 Mio. Euro - Liste der Geförderten als Download - Mit Grafik

Direkt vor den Verhandlungen zum ORF-Gesetz verlautete Montag, welcher kommerzielle Privatsender wie viel der ersten Medienförderung (6,8 von heuer zehn Millionen) erhält - etwa für öffentlich-rechtliche Inhalte. Dem ORF winken über vier Jahr 160 Millionen extra.

70 Prozent vergeben

Fast 70 Prozent der knapp zehn Mio. Euro, insgesamt also 6.771.000,- Euro, hat die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) nach Stellungnahme des Fachbeirates an Förderungen an die kommerziellen und privaten Radio- und Fernsehstationen ausgesprochen. Die finanziellen Mittel stammen aus dem Fonds zur Förderung des Privaten Rundfunks, der im letzten Jahr im Rahmen einer Novelle zum KommAustria-Gesetz eingeführt worden ist. Jedes Jahr stehen fünf Mio. Euro zur Verfügung, heuer sind es jedoch insgesamt zehn Mio. Euro (2009/2010).

Der größte Nutznießer im Bereich TV ist ATV mit einem Fördervolumen von über 1,4 Millionen Euro. Puls 4 bekommt 580.000 Euro und Servus TV 417.000 Euro zugesprochen.

Es wurden 18,9 Mio. Euro beantragt, also nahezu das Dreifache der beim ersten Antragstermin insgesamt vergebenen Fördersumme. Antragsberechtigt für Förderungen sind Rundfunkveranstalter, deren Programme einer Zulassung oder Anzeige nach dem Privatfernsehgesetz oder dem Privatradiogesetz bedürfen. "Besonders bevorzugt wurden diesmal im Sinne der Richtlinien lokale und regionale Initiativen sowohl im Radio- wie auch im Fernsehbereich", heißt es in einer Aussendung.

Über vier Millionen für TV

Beim ersten Antragstermin (26. März 2010) wurden 343 Anträge für das bundesweite sowie für das lokale und regionale Fernsehen ebenso wie für lokale, regionale und auch bundesweite Radiostationen eingebracht. Von den insgesamt heuer zur Verfügung stehenden Mittel von 9.848.000,- Euro wurden 6.771.000,- Euro vergeben, davon 4.093.000,- Euro für den Fernsehbereich und 2.678.000,- Euro für den Hörfunkbereich.

Nach der Inhalte- und Projektförderung, die zumindest 80 % der zu vergebenden Fördermittel ausmacht, haben sechs bundesweite Fernsehveranstalter Anträge eingereicht. Ihre Anträge werden mit 27,9 % der beantragten Fördersumme bzw. 2.806.000,- Euro gefördert, während bei den lokalen und regionalen Fernsehveranstaltern 29,6 % ihrer beantragten Summe, insgesamt also 1.055.000,- Euro gefördert wird.

Ausbildungsförderung

Im Rahmen der Ausbildungsförderung (maximal 10 % der Gesamtsumme des Fonds) wird die Privatsenderpraxis, ein Zusammenschluss zahlreicher privater Radio- und Fernsehstationen, einen Beitrag von 241.000,- Euro erhalten. Im Rahmen der Unterstützung für Marktforschung und Reichweitenerhebungen werden z.B. die erhöhte Anzahl an Interviews für kleinere Hörfunkstationen sowie eine Reihe von konkreten Marktforschungen außerhalb des regulären Radiotests bzw. Teletests gefördert.

Für den zweiten Antragstermin, der für den 10. September 2010 festgelegt wurde, stehen noch 3.076.000,- Euro zur Verfügung. (red/fid)

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