ÖVP soll Stil ändern

7. Juni 2010, 11:57
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Pöchhacker: "Bahn ist besser als ihr Ruf" - Lob für neuen Holding-Vorstand mit Kern und Seiser

Wien - Der Aufsichtsratsvorsitzende der ÖBB, Horst Pöchhacker, hat die ÖVP zur Zusammenarbeit rund um die ÖBB aufgerufen. Durch Propaganda, "leider auch durch die ÖVP", sei der Eindruck entstanden, dass die Bundesbahn ein "Privilegienstadl" sei, doch das Gegenteil sei der Fall, sagte Pöchhacker heute Montag im Morgenjournal des ORF-Radio. Die ÖVP solle ihren Stil ändern, appellierte er. "Die Bahn ist wesentlich besser als ihr Ruf".

Explizit kritisierte er Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP), der wochenlang "mit falschen, aus den Zusammenhang gerissenen Zahlen" operiert habe. "Er hat die ÖBB dargestellt wie ein Oppositionspolitiker im Wahlkampf, das ist ein Stil den wir ändern müssen", forderte er. Die Verantwortung zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen den Koalitionsparteien liege bei Kanzler, Vizekanzler und Verkehrsministerin.

Der heute sein Amt antretende ÖBB-Chef Christian Kern, "einer der besten Konzernmanager Österreichs", werde mit dem "exzellenten Eisenbahnfachmann" Franz Seiser das Unternehmen "hervorragend" führen, streute Pöchhacker der neuen Führung der ÖBB Holding Rosen.

Schwieriger Job

Der Aufsichtsratschef verteidigte die Leistungen der Mitarbeiter: Eisenbahner hätten einen sehr schwierigen Job und seien schlecht bezahlt, als Beispiel führte er einen Lokführer mit 1.600 Euro Einstiegsgehalt an. Über einige Privilegien könne man reden. Die viel kritisierten Verspätungen der Bahn seien in den letzten Monaten massiv zurückgegangen, die Lage werde sich weiter verbessern.

Bei den großen Bahnprojekten wie den Tunneln appelliert der ehemalige Baumanager Pöchhacker, man solle nun gerade wegen der Krise investieren, denn davon würden auch Länder, Gemeinde und Private profitieren. Investitionen in Infrastruktur verbesserten die Wettbewerbssituation. Die derzeit stattfindende Evaluierung aller Projekte durch Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) werde bis zum Herbst zu Lösungen führen.

Angesprochen auf den heute erwarteten Rechnungshof-Bericht zu den Spekulationsgeschäften mit der Deutschen Bank meinte Pöchhacker, alle Maßnahmen seien schon längst unternommen worden, damit derartiges nicht mehr passiere. "Bei der Bahn gibt es ein Spekulationsverbot", unterstrich er. (APA)

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