Umgerüstetes Auto gewinnt Energie aus Schlaglöchern

7. Juni 2010, 11:59
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Stoßdämpfer produzieren Strom, der den Kraftstoffverbrauch um ein bis sechs Prozent reduzieren könnte

Cambridge - So langsam wird das - zu Recht - schlechte Image von Schlaglöchern ein wenig aufpoliert: Im deutschen Thüringen wurden die ungeliebten Löcher zum Mittelpunkt einer aus Verzweiflung geborenen Geschäftsidee: Der Bürgermeister der Gemeinde Niederzimmern bot Schlaglöcher zum Verkauf an. Private Interessenten sollten durch ihren Beitrag für die Sanierung "ihres" Schlaglochs sorgen, zum Dank würden sie auf einer Plakette im Asphalt verewigt. Die Idee stieß bei einer Reihe von Gemeinden in Deutschland und Österreich auf freudige Nachahmung - beinahe noch besser aber klingt der Einfall, aus den Löchern Energie zu gewinnen.

Ein US-amerikanisches Unternehmen entwickelt derzeit Stoßdämpfer, die aus Unebenheiten Strom gewinnen können. Im Normalfall geht die Energie, die dabei entsteht, als Wärme verloren - die Levant Power Corporation hofft nun aber, sie nutzen zu können, berichtet die "New York Times". Der gewonnene Strom könnte dazu benützt werden, die Scheibenwischer, die Belüftung oder die Innenbeleuchtung zu betreiben. Der Kraftstoffverbrauch soll dadurch um ein bis sechs Prozent reduziert werden können, je nachdem, ob die GenShock-Stoßdämpfer in einem herkömmlichen oder einem Hybrid-Auto verwendet werden, so Shakeel Avadhany, Geschäftsführer der Levant Power Corporation.

Erste Tests

Äußerlich sehen die GenShocks - bis auf einen Stromanschluss - aus wie andere Stoßdämpfer. Darüber werden sie mit einer Kontrollbox verbunden, welche die Energieabgabe regelt und für das Fahrzeug nutzbar macht. Das wirkt sich natürlich auf den Preis aus, die GenShocks werden mehr als herkömmliche Stoßdämpfer kosten. Das soll sich jedoch durch den geringeren Kraftstoffverbrauch rechnen, sagen die Entwickler. Noch feilen sie an dem Produkt, im zweiten Quartal 2011 sollen die neuartigen Stoßdämpfer bereits auf den Markt kommen.

Mithilfe einer Förderung der National Science Foundation wurden die GenShocks bereits in der Praxis an Hybrid-Trucks getestet. Der Einsatz in Lastwägen könnte für den Markterfolg entscheidend sein. Der wirtschaftliche Effekt wäre umso stärker, wenn sich große Transportunternehmen entscheiden würden, die Technologie einzusetzen, so Juan E. Figueroa, von der National Science Foundation. "Beim Fahren in der Stadt könnten sie so enorme Mengen an Energie und Kraftstoff einsparen." (pte/red)

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    Zwei potenzielle Energiequellen nah beieinander - ob sich ein Umweg lohnt?

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