Iranischer Filmemacher Shokof wieder aufgetaucht

07. Juni 2010 13:52

Hintergründe unklar, Spekulationen über Entführung - Regimekritiker war seit 24. Mai verschwunden und ist "in keinem guten Zustand"

Köln - Nach dem Wiederauftauchen des vermissten iranischen Filmemachers Daryush Shokof haben sich die Ermittler zurückhaltend zu Berichten über eine mögliche Entführung geäußert. "Er ist befragt worden, zu den Ergebnissen machen wir aber keine Angaben", sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft am Montag. Nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" hatte Shokof bei seinem Auffinden gesagt, er sei entführt worden. "Sofern er das angegeben hat, werden wir das prüfen", sagte der Behördensprecher. Insgesamt gebe es sehr viele Spekulationen zu dem Fall. Bisher seien die Hintergründe des Verschwindens noch völlig unklar.

Der regimekritische Regisseur war Ende Mai als vermisst gemeldet worden und nach zwölf Tagen am Samstag in Köln unter mysteriösen Umständen wieder aufgetaucht. Zum Gesundheitszustand des Filmemachers konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft keine Angaben machen. Nach Polizeiangaben befand er sich "in keinem guten Zustand".

Passanten hatten den 55-Jährigen am späten Samstagabend in durchnässter Kleidung vor einem Ausflugslokal am Rheinufer entdeckt. Der Mann habe immer nur wiederholt: "My name is Shokof, call the police, I'm kidnapped" (Mein Name ist Shokof, rufen Sie die Polizei, ich wurde entführt), zitierte der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Montag eine Zeugin. Er habe schwach und geschockt gewirkt. Ein Rettungswagen brachte Shokof in ein Krankenhaus.

Der in Berlin lebende Shokof war in der Hauptstadt als vermisst gemeldet worden. Medienberichten zufolge wurde er zuletzt am 24. Mai am Kölner Hauptbahnhof gesehen, wo er einen Zug nach Paris besteigen wollte. Dort kam er aber nicht an. Weder seine Ehefrau, die Schauspielerin Taies Farzan, noch seine Freunde hätten ein Lebenszeichen von ihm erhalten.

Verschiedene exil-iranische Organisationen befürchteten, dass hinter dem Verschwinden Shokofs ein politischer Hintergrund steckt. Der Filmemacher gehöre zu den wichtigsten Kritikern der Islamischen Republik Iran und sei politisch sehr aktiv, teilte das Büro für Menschenrechte und Minderheiten Berlin mit. Seine Filme zeigten die Folter- und Einschüchterungsmethoden im Iran. Shokofs neuer Film "Iran Zendan" etwa kritisiert die Zustände in iranischen Gefängnissen.

Die Initiative "Stop the Bomb" hatte die deutschen Behörden aufgefordert, "alles zu tun, um das Verschwinden Shokofs aufzuklären, und dabei besonders die Möglichkeit einer politisch motivierten Tat iranischer bzw. islamistischer Kräfte zu untersuchen". (APA)

Ava Tar
07.06.2010 21:46
Seltsam

wie Waris Dirie

Tinnef, dein Link funzt nicht, mach mal neu vvvv

Chris Tinnef
 
09.06.2010 09:07

ich find das interview-video nich mehr.... hat youtube das etwa gelöscht??

Chris Tinnef
 
07.06.2010 15:53
Interview mit den "Rettern" des Regisseurs

1.) Wieso ist die Nachricht nicht auf der Hauptseite? Es geht hier um ne Entführung, oder? Und dann steckt man den bericht irgendwo unter "Kultur"?!

2.) Interview mit den Jugendlichen, die Shokof fanden und die Polizie riefen: http://arm.in/gbx

nine nine nine
09.06.2010 08:19

der link geht leider nicht

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.