Verhaftet: US-Soldat reichte Geheimvideos an Wikileaks weiter

7. Juni 2010, 12:16
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    foto: facebook

    Bradley Mannings Profilfoto auf Facebook.

Angehöriger der US-Armee hatte Zugang zu geheimen Netzwerken der Regierung

Der 22-jährige US-Soldat Bradley Manning wurde Mitte-Mai in Bagdad festgenommen, nachdem dieser Kampfaufnahmen und interne Protokolle auf Wikileaks bereitstellte, das berichtet Wired. Dabei handelt es sich um eine Plattform zur anonymen Veröffentlichung von Dokumenten. Primär soll den Menschen damit die Möglichkeit gegeben werden "unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen" zu enthüllen.
Manning vertraute sich dem ehemaligen Hacker Adrian Lamo via Email und Instant Messaging an, dieser wandte sich letztlich mit Sicherheitsbedenken an Verantwortliche der US-Armee.

Veröffentlichte Videos

Der junge Soldat aus Maryland zeichnet sich für jenes Video des US-Militärs verantwortlich, welches im April des laufenden Jahres Schlagzeilen machte. Die Aufnahmen aus dem Jahr 2007 zeigen zwei Helikopter der amerikanischen Streitkräfte bei der Tötung zahlreicher Personen in Bagdad, darunter auch Zivilisten.
Zu seinen weiteren vermeintlichen Publikationen zählt das Video eines verheerenden Luftangriffes in Afghanistan, außerdem gab Manning - nach eigenen Angaben - 260.000 interne Dokumente aus Kreisen der US-Diplomaten weiter. Seinen Angaben zufolge handle es sich dabei um "fast kriminelle, politische Absprachen". Unter anderem befand sich darunter ein Dokument, welches die Wikileaks-Plattform als Sicherheitsrisiko qualifiziert.

Brisante Details

Sollten die brisanten Schriften an die Öffentlichkeit gelangen, bekämen "Hillary Clinton und viele tausende Diplomaten rund um die Welt (...) einen Herzinfarkt", wird Manning zitiert. Bislang ist es aber noch nicht dazu gekommen, lediglich ein einziges Dokument sei mittels Wikileaks publik geworden. Dabei handelt es sich um diplomatische Absprachen zwischen den USA und Island.

Präzedenzfall

Manning erklärte Lamo im Chat, dass er "14 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche, seit mehr als acht 8 Monaten" Zugang zu geheimen Netzwerken habe und fragte in einem Atemzug: „was würdest du tun?" Der im Irak stationierte Soldat meinte in dem Ex-Hacker eine Vertrauensperson erkannt zu haben und erzählte diesem auch von privaten Problemen. Dies wurde Manning letztlich zum Verhängnis, da Lamo sich an Ermittler der US Army wandte. Die Weitergabe der 260.000 internen Dokumente hätten bei ihm Sicherheitsbedenken hervorgerufen. "Ich hätte das nicht getan, wären keine Leben in Gefahr gewesen", rechtfertigt sich Lamo und schafft damit einen Präzedenzfall. Denn zuvor kam man noch nie einem Benutzer des streng abgeschirmten Wikileaks auf die Schliche.

"Furchtbare Dinge"

Im Gespräch mit Lamo erklärte Manning, dass er der US-Armee seit dem Jahr 2007 angehöre und Zugang zu geheimen militärischen Dokumenten hätte. Bereits seit mehr als zwei Jahren würde er darin stöbern, dabei sei er auf "unglaubliche Dinge, furchtbare Dinge" gestoßen. Diese würden "in die Öffentlichkeit" und nicht "dunkle Serverräume in Washington D.C." gehören.

Protokolle der NSA

Bevor Manning mit Lamo in Kontakt getreten war, wandte sich dieser an Julian Assange von Wikileaks. Er habe bei ihm das Gefühl gehabt an der richtigen Adresse zu sein, nachdem auf der anonymen Plattform zuvor eine halbe Million Pager-Nachrichten rund um den 11. September aufgetaucht waren. Schnell sei Manning klar geworden, dass es sich dabei um Dokumente aus der Datenbank der National Security Agency (NSA) gehandelt habe.

Gewissensbisse

Den Soldaten plagten vor der Veröffentlichung aber Gewissensbisse, erklärt der 20-jährige Tyler Watkins, ein Freund Mannings. Das Video der Helikopter-Attacke habe ihn dazu veranlasst. Darin ist zu sehen wie zwei Mitarbeiter des Nachrichtendienstes Reuters zu Tode kommen. Ein unbewaffneter Mann eilt einem der beiden zu Hilfe und schleppt diesen in seinen Kleinbus, wo zwei schwerverletzte Kinder auf ihn warten. "Er wollte das Richtige tun", rechtfertigt Watkins. Nach seinem Entschluss das Video der Öffentlichkeit zugänglich zu machen habe er sich immer wieder nach den Reaktionen der Medien und Bevölkerung in den USA erkundigt.

Das zweite Video, für das sich Manning eigenen Angaben zufolge verantwortlich zeichnet, zeigt einen Luftangriff im Mai des vergangenen Jahres. Ursprünglich sollten US-Vertreter das Videomaterial ausgewählten Reportern vorführen, man entschied sich aber letztlich dagegen. Darin zu sehen ist die Tötung von rund 100 Zivilisten, der Großteil davon Kinder.

Sicherheitsbedenken

Die Sicherheitsvorkehrungen der US-Armee seien sowohl on- wie auch offline sehr lasch. Er habe Zugriff auf das "SIPRNET", das geheime Netzwerk des Verteidigungs- und Außenministeriums, ebenso wie auf das "Joint Worldwide Intelligence Communications System". Auch hätte das Herausschmuggeln von Daten kein Problem dargestellt. Um eines der Videos aus dem Stützpunkt zu befördern habe er dieses in eine verschlüsselte AES-256 Zip-Datei verpackt und anschließend auf eine falsch beschriftete CD-RW kopiert. "Niemand hat auch nur den geringsten Verdacht", prahlte Manning im Gespräch mit Lamo.

Bekanntgabe

Nun befindet sich Bradley Manning in Sicherheitsverwahrung in Kuwait, worüber er seine Tante bereits informierte. Er habe sie gebeten seinen Facebook-Status zu aktualisieren: "Einige von euch haben vielleicht schon gehört, dass ich wegen der Bekanntgabe von geheimen Informationen an unbefugte Personen festgenommen wurde. Siehe CollateralMurder.com"

Mittlerweile wurde Ex-Hacker Adrian Lamo von den US-Behörden kontaktiert, ihm wurde mitgeteilt, dass er womöglich vor Gericht gegen Manning aussagen müsste. Auch seien die Ermittler an Aussagen Mannings interessiert, wonach es massive Sicherheitslücken im System der Behörden geben soll. Es handle sich um "weltweite Anarchie im CSV-Format".  (red)

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Hugo Zender
00
10.6.2010, 22:50
egal wie es ist

es ist traurig

Der_Klingone
00
Ich frage mich wieso man da so ein Drama daraus macht.

Das Internet ist voll mit solchen Videos wo sich US-Piloten 'nen Haxn' ausfreuen, wenn sie irgendwelche armen Schweine in Stücke ballern können.

Machine Gun
00
17.6.2010, 02:08

...oder nicht auf kinder schießen "dürfen"...

Hannes Rannes
14
Interessanter Artikel dazu, wie der derzeitige Friedensnobelpreisträger die ganze Sache sieht:

http://www.spiegel.de/politik/a... 21,00.html

KeyOZ
01
10.6.2010, 08:59
Hand aufs Herz,

haben sie wirklich geglaubt, dass sich nach Obama's Amtsantritt so viel ändert?

Raptor Jesus
08
Lamo's der Internet-Judas

Erinnert ein bisschen an amerikanisches Muttersöhnchen, so mit Patriotismus und so, aber kann auch als Ex-Hacker gezwungen worden sein, seine Kontakte zu verraten, natürlich mit einem Vorwand, was einem Durchschnitts-Ami Tränen in die Augen führt.
Manning ist aber auch nicht ganz unschuldig. Sowas erzählt man einfach nicht rum, noch nicht mal denen, die man für Freunde hält. Allein um die nicht mit rein zuziehen, aber auch, weil sie verräterische Schlangen sein könnten oder erpresst werden.

gugl hupf
16
wie killt man wiki-leaks?

man verkauft seine quellen ... bravo lamo ...

Chronox
00

Wikileaks selbst hat garnix verkauft.

auf den zweiten Blick
10

Was meinen Sie ? Wer verkauft was ?

LCD
01

Hat er nicht dafür sieben Silberlinge kassiert?

stefan81
273

da verrät einer militärische geheimnisse und hier im forum wird so getan als wäre er ein held...

herois
00
12.6.2010, 22:38

militärische geheimnisse sollten auch den menschenrechten entsprechen,

auch das militär ist kein spielplatz für große jungs,

Peter W1
 
00
11.6.2010, 01:18

Ahso, die Strafverfolgung von Mord oder Korruption ist kein höheres gut mehr als irgendwelche militärischen Geheimnisse. Wenn du Probleme mit Demokratien hast ... einfach ab nach Nordkorea.

Der Typ ist mehr als nur ein Held. Und der Lamo soll zur Hölle fahren. Gemeinsam mit Obama.

MartiniS
00
10.6.2010, 22:41
100% Zustimmung

Bumbu
 
06
verrät einer militärische geheimnisse

Da hat ja jemand mächtig viel aus dem Weltbühne-Prozeß gelernt. :-(

Wenn Sie staatlichen Stellen ernsthaft das Recht zubilligen, Verbrechn staatlicher Stellen per Geheimhaltung aus der öffentlichen Diskussion zu halten, dann ist Nordkorea eine passende Heimstatt für Sie.

LadyDoolittle
113

ist das bewußte töten (=Mord) von Zivilisten der Verrat von militärischen Geheimnissen?

MartiniS
00
10.6.2010, 22:41
Welcher Mord? Für einen Mord sollte es ein Motiv geben. Welches Motiv gab es da noch mal?

fripepsch
00
12.6.2010, 08:39
Motiv?

Sadismus, Auftragsmord.
Welches Motiv hatten die Nazis?

MartiniS
00
13.6.2010, 17:12
Welche Beweise gibt es für deine Anschuldigungen? Obwohl ich mir schon denken kann wohin die Reise führt wenn aus Verzweiflung die Nazis erwähnt werden.

Charly Firpo
00

Reichen Videos nicht als Beweis?

MartiniS
00
Beweis für was? Das Video ist der Beweis dafür das die Aussagen von fripepsch gelogen sind.


Aber genau danach hab ich ja gefragt ..

stefan81
61

ja, wenn es als militärisch geheim eingestuft wurde. es hat einen guten grund warum das militär größten teils im geheimen operiert. find ich halt.

ob das richtig oder falsch ist darüber richte ich nicht. aber jedenfalls kennt man die spielregeln an die man sich zu halten hat. der typ hat das offensichtlich nicht getan.

sepperl gorge
00
16.6.2010, 12:53

wow, sie sind der perfekte Mensch, der Mensch den sich alle Regierungen wünschen!

Stellen Sie sich vor ihre Eltern od. Freundin wird von der Regierung abgemurkst, weil die sich vertan haben.
Fällt natürlich auch unter militärischen Geheimnis, also brav die Fresse halten, wird schon nen Grund haben.

Hauptsache brav an die Spielregeln halten
mann, KRANK, einfach KRANK

Peter W1
 
10
11.6.2010, 01:19

Es ist unerheblich, ob der Mord gedeckt wird oder nicht. Wichtig ist, das es Mord ist. Wenn du aber Mörder schützt ist klar wie dein Weltbild aussieht.

Und Menschen, also nicht du, halten sich an mündiges Verhalten. Du hingegen unterstützt halt gern Mörder und bist sonst noch ein inhumaner Erbsenzähler.

MartiniS
00
15.6.2010, 19:25
War aber kein Mord.

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