Rundfunkreferenten prüfen, ob auf Apples App Store-Politik Einfluss genommen werden kann
In Apples App Store stehen mittlerweile über 200.000 Anwendungen für iPhone und iPad zur Verfügung. Mit einer Beteiligung von 70 Prozent am Gewinn können Entwickler viel verdienen, wenn ihre App zu den Top-Downloads zählt. Auch Medienhäuser versprechen sich neue Einnahmequellen daraus. Alleine, Apple entscheidet darüber, was in den App Store darf und was nicht. Das hat in der Vergangenheit immer wieder für Kritik gesorgt, da der Konzern aus Cupertino oft autorisierte Apps nachträglich wieder entfernt. In Deutschland überlegen nun die Rundfunkreferenten der Länder, ob man Apple zwingen kann, Anwendungen in seinen Software-Shop aufzunehmen, wie der Spiegel erfahren hat.
"Verstoß gegen Meinungsfreiheit"
Vorbild seien Kabelnetzformen oder andere Plattformbetreiber. Nun soll untersucht werden, ob die diesbezügliche Regelung aus dem Rundfunkstaatsvertrag auch für Software-Angebote im Web übernommen werden könnte. Dazu sei eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden. Apples inhaltliche Einflussnahme sei ein Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, meint der Hamburger Staatsrat für Medien, Nikolas Hill.
Keine Porno, oder doch?
Apple wird vor allem dafür kritisiert, keine eindeutige Richtlinie in Bezug auf gewisse Inhalte zu haben. So war eine App mit politischen Karikaturen zwar zunächst abgelehnt, nach einiger Kritik und der Intervention von Steve Jobs persönlich jedoch zugelassen worden. Laut Bericht dürfte die Anwendung der deutschen Bild-Zeitung zwar mittlerweile nackte Frauen zeigen, die Playboy-App sei jedoch blockiert worden. "Playboy"-Verlagschef Vernon von Klitzing kritisiert, dass Apples Entscheidungen "völlig intransparent" seien. Im App Store müsse all das angeboten werden, was man auch am Kiosk kaufen könne. (red)