Israel untersagt seinen Soldaten Türkei-Reisen

7. Juni 2010, 07:55
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Peres-Visite in Südkorea von Staats- zu Arbeitsbesuch herabgestuft

Tel Aviv/Wien - Wegen des Konflikts um den israelischen Angriff auf eine Hilfsflotte für den Gazastreifen mit neun Toten hat die israelische Armeeführung Soldaten und Reservisten angewiesen, von Reisen in die Türkei unter allen Umständen Abstand zu nehmen. Wie die Internetzeitung "Ynet" am Sonntag weiter berichtete, wurden als Grund Erkenntnisse des israelischen Büros zur Terrorbekämpfung angegeben.

Israelis, die sich derzeit in der Türkei aufhalten, wurden aufgefordert, in ihren Unterkünften zu bleiben und Menschenansammlungen zu meiden. Israels Vizepremier Dan Meridor sagte aufgrund einer Empfehlung des Geheimdienstes Shin Bet einen geplanten Türkei-Besuch ab. Meridor sollte am Montag an einer Asien-Konferenz teilnehmen.

Das israelische Justizministerium bereitet sich unterdessen auf eine internationale Flut von Klagen gegen israelische Soldaten und Offiziere sowie Staatsvertreter wegen des Vorfalls um die Gaza-Hilfsflotte am vergangenen Montag vor. Bei den neun Toten handelte es sich um acht Türken und einen US-Bürger türkischer Herkunft.

Staatspräsident Shimon Peres, der wegen des Vorfalls eine Vietnam-Reise verschieben musste, wurde von Südkorea informiert, dass seine geplante Visite in Seoul von einem Staatsbesuch zu einem Arbeitsbesuch herabgestuft worden sei. Im Präsidentschaftsbüro wird daher überlegt, die gesamte Asien-Tour von Peres abzusagen. (APA)

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