Zukunft der Arbeit

"Kontrollverlust" über die Mitarbeiter

Oliver Mark, 7. Juni 2010, 16:33

Technik als Nabelschnur? Über die Chancen und Risiken der neue Arbeitswelt diskutierten ExpertInnen bei einem Round Table, veranstaltet von derStandard.at und Microsoft - Mit Videos

"Es gibt kein Patentrezept", sagte Rudolf Hundstorfer, "es braucht einen Mix an Maßnahmen". Wie die "Arbeitswelt der Zukunft" aussehen wird, war Thema bei einem Round Table. Beim Gastgeber Microsoft diskutierten - unter der Leitung von Marietta Türk (derStandard.at-Karriereressortleiterin) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Harry Gatterer (Geschäftsführer Zukunftsinstitut Österreich), Martina Schubert (Geschäftsführerin FO.FO.S Forum zur Förderung der Selbständigkeit) und Petra Jenner (Geschäftsführerin von Microsoft Österreich). Zur Beantwortung kam auch eine Auswahl an Fragen, die UserInnen zuvor per Mail oder Posting an die Redaktion geschickt hatten.

Aus der Sicht von Hundstorfer sind drei Punkte entscheidend, damit Österreich mit seinem Arbeitsmarkt im internationalen Umfeld reüssieren kann. Erstens müssten Leute länger im Erwerbsleben bleiben, forderte der Sozialminister. "Damit meine ich nicht, dass das Pensionsantrittsalter weiter angehoben gehört", präzisierte er. Das faktische müsse sich dem gesetzlichen Antrittsalter annähern. Der zweite Punkt bestehe darin, das Frauenpotenzial abzurufen, sie noch stärker ins Erwerbsleben zu holen. "Wir müssen sie zulassen", sagte Hundstorfer und meinte damit Migration als dritten Punkt. Derzeit profitiere Österreich noch von der innereuropäischen Zuwanderung. Alleine aus Deutschland kommen jährlich rund 18.000 Leute ins Land.

Mehr Eigenverantwortung

Werden Smartphones als Nabelschnur von der Arbeit in Richtung Freizeit fungieren - und diese wiederum auf ein Minimum reduzieren? - wollte ein User im Vorfeld wissen. Petra Jenner, Chefin von Microsoft Österreich, sieht ein "höheres Maß an Eigenverantwortung" auf die Mitarbeiter zukommen. Das gehe Hand in Hand mit der Etablierung von neuen Technologien. Das "Konstrukt", dass Arbeit von neun bis fünf stattfinde, werde für immer mehr Branchen obsolet, glaubt sie: "Je mehr Technologie im Spiel ist, desto eher verschwinden fixe Arbeitszeiten." Was nicht bedeute, dass man in Summe weniger Freizeit habe: "Grenzen werden einfach neu definiert", so Jenner.

Microsoft exerziere seit vielen Jahren vor, was flexible Arbeitszeiten heißen, erzählt sie: "Wenn man nachmittags heim muss, ist man halt dann um 21.00 Uhr wieder online." Es gehe um das Praktizieren eines neuen Lebensstils, der den individuellen Bedürfnissen Rechnung trage.

Mehr Freizeit denn je

Dass es in Zeiten des mobilen Internets nicht weniger Freizeit gibt, konzedierte auch Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Österreich: "Studien zeigen, dass wir mehr Zeit als alle Generationen vor uns fürs Privatleben haben." Die Wahrnehmung von Freizeit sei rein "subjektiv" und die "Verantwortung liege beim Einzelnen", betont er. Gatterer identifiziert einen "Megatrend" zum Individualismus, was aber keineswegs Egoismus bedeute. "Talente werden ausgelebt, Netzwerke werden gesucht."

Mit Verantwortung ist Martina Schubert täglich konfrontiert. Sie ist seit vielen Jahren selbstständig und agiert als Geschäftsführerin von FO.FO.S (Forum zur Förderung der Selbständigkeit). Zeitliche Flexibilität, gepaart mit einem starken Maß an Idealismus sei Voraussetzung, um erfolgreich zu sein: "Selbstständige arbeiten im Schnitt 52 Stunden pro Woche", während Angestellte auf 38 Stunden kommen. "Diese Personengruppe hat die Zukunft schon vorweggenommen" sagt sie und spricht den gesellschaftlichen Trend zur Individualisierung an, der sich in der wachsenden Zahl an Einpersonenunternehmen sehr gut widerspiegle.

Armutsgefährdet

Selbstverwirklichung trete hier an die Stelle von Gewinnmaximierung, so Schubert, die aber auch die Kehrseite der Medaille anspricht. Nämlich das Thema finanzielle Sicherheit: "Ein Angestellter weiß, wie viel er in den nächsten Monaten verdienen wird, ein Selbstständiger nicht." Laut Schubert befinden sich 50 Prozent der Einpersonenunternehmen mit ihrem Salär unter der Armutsgrenze, die bei rund 10.500 Euro Nettoverdienst pro Jahr liegt.

Unser System des Sozialstaats basiert auf dem Prinzip des regelmäßigen Einkommens, sagte Sozialminister Hundstorfer und ortet Probleme bei unterbrochenen oder befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Etwa wenn es um das Zusammenspiel mit Banken und die Vergabe von Krediten gehe. Die Politik müsse den Rahmen vorgeben, habe aber noch Optimierungsbedarf, räumte er ein. "Einige traditionelle Beruf werden bald Geschichte sein", so der Minister auf die Frage nach zukünftigen Szenarien. Allerdings werde sich nicht alles ändern: "Ein Spital bleibt ein Spital" und "Pflege bleibt Pflege". Damit beantwortetet der Minister auch die Frage von UserIn "Schneedle Woods", wo, außer in der EDV-Branche, ... sich Home Offices gegenüber Gesichtskontrollen und Stechuhren wirklich durchsetzen können.

Kontrollverlust über Mitarbeiter

Dass steigende Flexibilität und Mobilität zu substanziellen Veränderungen in Führungsfragen führen werden, war für Petra Jenner klar. Die Unternehmen stünden hier erst am Anfang eines Wandels. "Arbeit wird nicht mehr in Zeit gemessen werden", prophezeit die Microsoft-Managerin; sondern: "Nur das Ergebnis wird das entscheidende Kriterium fürs Einkommen sein." Leistung wird noch stärker honoriert werden - und nicht die investierte Zeit. Chefs müssten sich auf einen "Kontrollverlust über die Aktivitäten ihrer Mitarbeiter einstellen", sagte Jenner und war damit wieder bei den Punkten "Eigenverantwortung und Vertrauen"; wenn es ums Home Office geht.

"Kein Unternehmen wird es sich leisten können, nur mehr aufs Geld zu bauen", prognostizierte Zukunftsforscher Gatterer, dass "Werte" gegenüber Gewinnmaximierung an Bedeutung gewinnen werden. Beim Fischen der Firmen um die besten Köpfe müssten verschiedene Köder zum Einsatz kommen. Nur mit finanziellen Anreizen sei man auf dem Holzweg, glaubt er: "Große Betriebe können es sich nicht leisten, ohne Corporate Social Responsibility zu agieren." Das lasse sich auch überprüfen: "Die Transparenz nimmt zu." Der Manager als Dompteur, der mit harter Hand seine Mitarbeiter delegiert, habe ausgedient, ist er überzeugt. Werte ersetzen die Peitsche.

Wissenskluft

Ist die digitale Kluft zwischen Jungen und Alten eine Gefahr für den Arbeitsmarkt? "Jüngere haben die Dynamik, Ältere die Erfahrung", meinte Jenner. Diese existierenden Kompetenzen müssten verquickt werden, skizzierte sie den Idealfall, räumt aber ein, dass das Thema gerade für Microsoft eine große Herausforderung sei. Die Geräte müssten so konzipiert werden, dass sie für die "Digital Natives" und ältere, nicht so technikaffine Menschen leicht zu bedienen seien.

Für eine "simple, intuitive" Bedienung plädierte Zukunftsforscher Gatterer: "Als Arbeiter will ich mich nicht mit der Komplexität im Hintergrund beschäftigen", sagte er, "das Ding muss einfach laufen". Die technischen Dinge laufen bei Martina Schubert im Rochuspark zusammen, wo sie ihren Firmensitz im "Unternehmerzentrum" hat. Hier nutzen verschiedene Einpersonenunternehmen eine gemeinsame Infrastruktur. "Jeder nimmt sich seine Möbel mit", beschrieb sie das Wesen einer Bürogemeinschaft. Die Vorteile: "Die strukturierte Arbeitsweise und die Vernetzung." Man könne schnell und unbürokratisch Impulse für den Job generieren. Der Austausch beuge der Isolation vor, die oft in den eigenen vier Wänden herrsche: "Manche Selbstständige haben Schwierigkeiten, sich alleine zu motivieren."

Kinder und Karriere

Noch jede Menge Aufholbedarf in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie konstatieren die Diskutanten unisono. "Viele werden noch immer gefragt, ob sie gute Mütter sind, wenn sie arbeiten gehen", kritisierte Jenner und hofft auf einen "gesellschaftlichen Umdenkprozess". Natürlich sollten auch Unternehmen in die Pflicht genommen werden, flexiblere Arbeitszeitmodelle anzubieten. Bei uns werde die Mutterrolle völlig falsch definiert, monierte Gatterer und führte das auf die Dominanz des "römisch-katholischen Kulturkreises" zurück. "Man muss mit der Axt rein, um das Problem zu lösen", sagte er und denkt dabei etwa an Quotenregelungen, um Frauen noch stärker in Führungspositionen zu verankern. (om, derStandard.at, 7.6.2010)

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Michael Bartz
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11.6.2010, 15:12
Selbst erleben

Ich schlage vor, einmal selbst anzuschauen, wie das Zukunft der Arbeit gelebt werden kann. Der ORF war gerade vor Ort bei Microsoft in Amsterdam und hat eine sehr spannende Kurzreportage produziert:
http://newworldofwork.wordpress.com/2010/06/0... r-zukunft/

Und wen es noch intensiver interessiert, dem steht das Büro zur Besichtigung offen.

Hairy Tongue
00
10.6.2010, 21:50

und die "arbeitsleistung am ergebnis messen" heißt nichts weniger als das abwälzen des unternehmerischen risikos auf die arbeitnehmer. das is mir ja ein feines früchterl, die frau jenner.

Hairy Tongue
00
10.6.2010, 21:47

also ich muss schon ein bissl den kopf schütteln, wenn ich die frau microsoft davon reden höre, dass man seine arztbesuche "einarbeiten" darf. ich hab meine arztbesuche noch immer während der dienstzeiten absolviert und nach vorlage einer zeitbestätigung bezahlt bekommen. schöne neue welt!

johann potakowskyj
 
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die arbeitswelt der Zukunft besteht uner anderem auch aus Nötigung

Wie sonst anders kann es passieren, dass ich drei Verzweifelte SMS in der letzten Nacht bekommen habe. Ein Werkstudent war verzweifelt, da im das AMS nach einem halben Jahr ohne Job zur "Sozialarbeit Straßenkehren" abkommandiert hat.

Er ist auch zum ersten Arbeitstag hingegangen hat aber nach einem heftigen Streit mit Vor- und Mitarbeitern abgebrochen und ist nach Hause gegangen.

Man kann sich ja vorstellen, was Straßenkehrer sich so über einen Studenten lustig machen können.

Ganz deutlich erfährt man, was das offizielle Österreich zumindest von ihren Intellektuellen hält.

Ich finde Strache ist bereits durchaus wählbar, denn schlimmer kann es ja eh nicht mehr werden.

her wig
01
Ergebnisorientierung,

dazu müssen die Beteiligten genau wissen was ein gültiges Ergebnis ist und was nicht, weil man ja nicht mehr die Mitarbeiter sondern nur noch deren Ergebnis kontrollieren kann. Damit eröffnet sich ein neues grosses Arbeitsgebiet für Rechtsanwälte...

Armand Hammer
00
die promente ist übrigens von scientologen unterwandert

die haben dianetikbücher in ihren büros rumliegen und nennen berufsorientierung für psychisch kranke kinder und jugendliche "clearing".

warum interessiert das niemanden ?

Armand Hammer
00
was ist eigentlich mit den normalen dienstnehmern

gibt es die in der wahrnehmung der karriere-standard-redaktion eigentlich ?

ich meine normale dienstverhältnisse, nicht die ellenbogenbürger mit gehalt ab 5000 aufwärts.

Flowchi
13
wie lächerlich Eure Aussagen, denn...

...schon mal was von Resonanz gehhört?

Es liegt natürlich in jedermann`s (frau`s) Verantwortung sich seine Zeit frei einzuteilen so wie mann/frau es eben benötigt!

Allerdings ist es in Unserer Existenz schon so, daß das was ich tue den Rest der Welt beeinflusst und umgekehrt!
Was sollen die Sprüche von neuem Arbeitsmarkt, jährlich gibts den neuen Arbeitsmarkt mit seinen neuen Chancen!

Wisst Ihr was?

Viele Leute sind "nicht" geboren worden um sich durchzuhackeln für die privaten Interessen einiger Weniger. Denn wenn mein Interesse auf Kapital-unfruchtbaren-Boden stößt dann ist es eben so und "nonprofit", aber genau das ist es was Euch anzipft! JEDER MUß KAPITAL erwirtschaften, dafür bildet Ihr Unsere Kinder aus Ihr pig*

lG

Baer8
02
Was sagt Hundstorfer eigentlich zu ÖBB-Leuten die mit 50 in Pension gehen?

Man sollte den Beamten- und den Privatsektor deutlich trennen. In der Privatwirtschaft, von der Hundstorfer offensichtlich keine Ahnung hat, ist ein zusätzliches Maß an Flexibilisierung nicht mehr erforderlich. Der Artikel strotzt überhaupt derartig vor Weltfremdheit, daß ich mich frage ob die hier vertretenen Leute jemals irgendetwas Produktives gearbeitet haben.

Armand Hammer
00
was sagt hundtorfer eigentlich zu den

psychisch kranken berufsunfähigkeitspensionisten die für die mindestpension (744 euro) 40 (vierzig!!) stunden in promente-arbeitstrainings hackeln müssen ??
seit wann subventioniert die PVA private unternehmen ? was können psychisch kranke dafür dass die promente 2009 vier millionen minus gebaut hat?
die promente ist ein selbstversorgungsverein für bonzenkinder die glauben sie wären unentbehrliche sozialpödagogen nur weil der spövp-papa seine behiehungen spielen hat lassen.

TAO
 
00
Kleine Erinnerung an das Grundsätzliche

Es geht um Bruttoinlandsprodukt (BIP) dividiert durch die Anzahl der Menschen, die damit ernährt werden müssen. Der Rest ist Verteilungspolitik.

Der Fiona sein Hund würde das nie tun.
00
Mehr Freizeit? In den 80ern ist die überwiegende Mehrheit auch der höher qualifizierten Büroarbeiter um 16:30 heimgegangen.

Heute ist das für die meisten reines Wunschdenken.

Das mit dem Kontrollverlust ist Schmarrn - wenn ich die Leistung kontrollieren kann, dann hab ich schon die maximale Kontrolle. Das tiefer liegende Problem dürfte sein, dass viele Chefs dafür nicht kompetent sind.

Das mit der mangelnden Motivation - davon kann ich ein Lied singen, gerade jetzt, wenn ich in den sonnigen Garten rausschau.

Aber der wirklich kritische Punkt ist die Kommunikation. Damit meine ich nicht irgendwelche pompösen regelmäßigen Meetings. Im Grunde liefer ich vollkommen selbständig erstellte Werkstücke ab - was oft fehlt ist dann eine Rückmeldung mit deren Hilfe ich meinen Output optimieren kann. Das ist aber oft auch mein Fehler, ich könnte ja selbst auch nachfragen.

irgendein/e posterIn
 
05
i sog nur

bedingungsloses grundeinkommen - jetzt.

her wig
10

Und wer zahlt ein?

Werner Ridl
23
mah

verschont uns bitte mit dem pr kram

XXhris
 
24

>> Jüngere haben die Dynamik, Ältere die Erfahrung

Ich hab Kollegen, die meinen sie haben 30 Jahre Erfahrnug. Meiner Meinung nach arbeiten diese vielleicht 30 Jahre, aber sie sind vor 30 Jahren auch stehen geblieben.

Beiddenker
01
Und ich habe Kollegen, die sind zwar jung aber ungefähr so ...

... dynamisch wie eine Schlaftablette.

XXhris
 
00

die hab ich auch.

chilli p.
013

es ist erschreckend, wie sehr "verantwortungsträger" sich die welt schön reden - der permanent verfügbare mitarbeiter ohne vollen freizeitausgleich verursacht offenbar bei allen am podium feuchte träume.

lediglich die vertreterin der selbständigen scheint noch realitätsbezug (und verantwortungsbewusstsein) zu haben.

Der Fiona sein Hund würde das nie tun.
00

Man sollte die Kehrseite nicht außer Acht lassen - Mitarbeiter, die nur das Minimum arbeiten und den Rest der Zeit auf einer Backe absitzen. Gibt es beides. Ist beides nicht erfreulich (auch für die Kollegen, die brav hackeln bzw. umgekehrt sich durch den Always-on-Druck von Seiten derer, die nix Besseres zu tun haben, sich genötigt sehen etwa ihre Kinder zu vernachlässigen).

Worum es wirklich geht: Eine leistungsorientierte Bezahlung, die auch fair sein muss. Und damit sie fair ist, muss der Mitarbeiter auch lernen, seine Arbeit effizient zu machen.

christian decker
32
suchen Sie sich eine andere Firma

Ich hatte in den letzten 20 Jahren in 3 Firmen immer verantwortungsvolle, vernünftige Chefs, die die Eigenverantwortung der Mitarbeiter vor die Kontrolle gestellt haben.
Und glauben Sie mir - Frau Jenner lebt was sie sagt ! Warum ich das weiß ? Weil ich bei MS arbeite ;)
Und Work-Life Balance wird bei uns gelebt (auch wenn nicht jeder es wirklich schafft)
d.h. es gibt Firmen (und Chefs), die es verstanden haben und - wenn ich ihre Postings zu dem Thema lese (und manch andere) - es gibt Firmen udn Chefs, die es nicht verstanden haben. Konsequenz: Suchen Sie sich eine Firma, die es verstanden hat ;)

Superposition des Produktzustandes
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MS ist ja ein bekannt guter Arbeitgeber. Abertausenden anderen Unternehmen sind die Bedürfnisse der Mitarbeiter vollkommen egal. Wer nicht 110 Prozent gibt und das 24 Stunden am Tag, der fliegt und wird einfach durch die nächste Drohne frisch von der WU oder sonstwo ersetzt.

Fredl Wurbala
01

Dann müsste aber auch unser gesammtes Wirtschaftssystem neu überdacht werden.

Gewinnmaximierung um jeden Preis - damit kanns nicht funktionieren.
Ohne Gewinnmaximierung funktioniert unser Geldsystem leider nicht.
daher muss immer mehr - und immer billiger produziert werden.
Billiger heisst natürlich - weniger Mitarbeiter - mehr automatisierung - Mitarbeitern weniger bezahlen (in Relation zur Stückpreissenkung durch Effizienzsteigerung)

Wie also sollen in diesem System mehr Menschen länger arbeiten?

chilli p.
01
danke für ihren rat - ist aber überflüssig.

und schön, dass sie ihre chefs mögen.

dennoch ist das viel gepriesene system der "vertrauensarbeitszeit" keines, das breit angewendet werden kann - auch nicht im dienstleistungssektor. denken sie an putz-, aufräum-, pflege- oder aufsichtstätigkeiten. die müssen getan werden, wenn der dreck da oder die demenzkranke allein ist.

das podium spricht über beschäftigungsmodelle, die auch im besten falle nur 10-20% der arbeitsbevölkerung betreffen werden - oder um's deutlicher zu sagen: keines der "zukunftsmodelle" hat irgendeine relevanz für produktions- oder reproduktionsarbeiterInnen.

schönen gruß aus dem homeoffice.

christian decker
20
Jein

Natürlich gibt es Jobs, die Anwesenheit und einen fixen Zeitrahmen benötigen - es geht hier aber um etwas mehr als die reine Arbeitszeit/Anwesenheit:
Es geht darum, ob ich meinen Mitarbeiter als jemanden sehe, der eigenverantwortlich seine Aufgaben bestmöglich erfüllt oder als jemanden, dem ich jeden Schritt vorschreiben und auch kontrollieren muss.
Vom ersteren gibts halt im Verhältnis wenige Chefs/Unternehmen die das zulassen (und auch weniger Mitarbeiter, die das leben können), zweiteres hatten wir die letzten Jahrzehnte(hunderte?)
Mehr Erfolg und mehr Spaß für beide macht definitiv ersteres....

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