Wie böse ist Israel?

6. Juni 2010, 15:09
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Warum sowohl kriegsgeile Israelfans und empörte Israelkritiker unrecht haben.

Nach der blutigen Kaperung der Gaza-Flotille durch die israelische Armee tobt ein Krieg der Emotionen - und ein Propagandakrieg. Wie immer, wenn Israel im Spiel ist, mischen sich bisweilen die edelsten Gerechtigkeitsgefühle mit blanken Rassismus - auf beiden Seiten. Israels Gaza-Blockade ist unverhältnismäßig und macht alles noch schlimmer - obwohl die dortigen Hamas-Leute gewiss keine freundlichen Leute sind. Die Kaperung des Hilfsschiffes unter türkischer Flagge war dumm und der Einsatz endete in einem Fiasko - aber kaltblütiger Mord, wie war es keiner. Denn Mord setzt Vorsatz voraus. Und die Aktion der israelischen Armee lief deshalb aus dem Ruder, weil sie auf die massive gewaltsame Gegenwehr der Friedensflottilisten nicht vorbereitet war.

Hinzugefügt sei in eigener Sache: Dieser FS Misik Report verwendet auch Bilder, die von der israelischen Armee veröffentlicht wurden. Da solche Auseinandersetzungen immer auch PR-Kriege um die Macht der Bilder sind, muss man diese Quelle in Erinnerung rufen, wenngleich kein Grund besteht, an der Authentizität der Aufnahmen zu zweifeln. Was die Bilder zeigen, ist eindeutig. Was sie nicht zeigen ist, was vorher und danach passiert; was an anderer Stelle passiert. Sie insinuieren einen "Gesamteindruck", den sie in Wirklichkeit nicht vermitteln können. Das muss immer dazu hinzugedacht werden. Hintergrund über die Bilderproduktion bietet dieser Artikel aus der "New York Times":
http://www.nytimes.com/2010/06/02/world/middleeast/02media.html?src=mv
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