Schiavone erobert Roland Garros

5. Juni 2010, 17:03
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29-jährige triumphiert als erste Italienierin bei einem Grand Slam - Zwei-Satz-Sieg über Australierin Stosur

Paris - Francesca Schiavone hat ihren sensationellen Erfolgslauf bei den French Open der Tennis-Damen gekrönt. Die nur als Nummer 17 ins Turnier gestartete 29-Jährige setzte sich am Samstag in einem trotz fast 30 Grad Celsius hochklassigen Finale gegen Samantha Stosur (AUS-7) mit 6:4,7:6(2) durch und avancierte damit zur ersten italienischen Siegerin eines Grand-Slam-Turniers. Als Lohn gab es den den silbernen "Coup Suzanne Lenglen" und den Siegerscheck in Höhe von 1,12 Millionen Euro.

Für beide Damen war es die Premiere im Finale eines Grand-Slam-Events gewesen. Schiavone kam mit dem Druck am Anfang deutlich besser zurecht und entschied den ersten Satz mit angriffslustigem Spiel 6:4 für sich. Im zweiten Durchgang zog die vor dem Endspiel als klare Favoritin gehandelte Stosur, die Aufschläge von bis zu 196 km/h zu bieten hatte, auf 4:1 davon. In dieser Phase zeigte die Australierin, warum sie bis Paris die erfolgreichste Sandplatzspielerin der Saison war und in Roland Garros nacheinander Justine Henin, die Weltranglisten-Erste Serena Williams und die frühere Nummer eins Jelena Jankovic ausgeschaltet hat.

"Habe mich heute wie ein Champion gefühlt"

Schiavone rettete sich jedoch ins Tiebreak, in dem sie dann auf 6:2 stellte und eine verhaute Rückhand von Stosur nach 98 Minuten die Entscheidung zum 7:2 für die Mailänderin bedeutete. Schiavone ließ sich jubelnd auf den Rücken fallen, küsste danach den Sand des "Court Philippe Chatrier" und kletterte dann auf die Tribüne zu ihren engsten Vertrauten. "Das ist der schönste Tag meines Lebens. Entscheidend war, dass ich die aggressivere Spielerin war. Ich habe mich heute wie ein Champion gefühlt", meinte Schiavone, die von der französischen Ex-Spielerin Mary Pierce (Paris-Siegerin 2000) den Pokal überreicht bekam.

Während Schiavone bei den Damen für eine italienische Grand-Slam-Premiere sorgte, hat 1976 Adriano Panatta (ebenfalls in Paris) als bis dato letzter italienischer Herr eines der vier bedeutendsten Turniere der Tennis-Welt gewonnen. Auf den Tribünen in Paris feierten zahlreiche italienische Tifosi mit Flaggen und T-Shirts mit Aufdrucken wie "Forza Francesca" und "Nothing is impossible". Ab Montag wird Schiavone auf Platz sechs der Weltrangliste und somit erstmals unter den Top Ten aufscheinen.

Der 26-jährigen Stosur brachte hingegen der kurzfristige Besuch ihrer Familie in Paris kein Glück. Die Eltern Tony and Diane und die Brüder Dominic and Dan waren noch in letzter Minute zum Finale aus Australien eingeflogen worden. Die australische Fluglinie Qantas hatte den vier Angehörigen sogar die Flugtickets spendiert. Stosur, die stets mit Kappe und Sonnenbrille auftritt, darf immerhin ein Preisgeld von 560.000 Euro mit nach Hause nehmen. "Ich habe trotzdem ein großartiges Turnier gespielt", tröstete sich Stosur, die immerhin im Doppel und Mixed bereits jeweils zwei Grand-Slam-Titel gewonnen hat. (APA/AFP/Reuters/dpa)

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    Francesca Schiavone in Final-Aktion.

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    Die erste italienische Grand Slam-Gewinnerin zeigt ihre Muckis

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    Das wohlverdiente Sandbad.

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    Und der heißersehnte Pokal.

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