BP fängt mit Glocke etwa ein Drittel des Öls auf

5. Juni 2010, 18:08
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Obama besucht erneut die betroffene Region - Forderung an BP nach mehr Hilfe - Zunehmende Verschmutzung an der Küste

Miami - BP kommt im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko langsam voran. Die am Freitag über dem Leck platzierte Absaugglocke saugte nach Angaben der US-Küstenwache vom Samstag innerhalb von 24 Stunden 6.000 Barrel (rund 950.000 Liter) Öl ab. Dies wäre nach Regierungsangaben knapp ein Drittel der täglich ausströmenden Menge von 19.000 Barrel (rund drei Millionen Liter). BP hoffe, die abgesaugte Menge Öl in den kommenden Tagen zu erhöhen, erklärte die Küstenwache weiter.

US Präsident Barack Obama versprach den Bewohnern der Golfküste seine uneingeschränkte Unterstützung. Er forderte außerdem den Konzern BP zu größeren finanziellen Hilfen auf.

Er wolle nicht, dass jemand anderer die Kosten für die Risiken übernehme, die BP eingegangen sei, erklärte Obama: "Ich will sicherstellen, dass sie dafür bezahlen." BP erklärte am Freitag, das Unternehmen werde eine zweite Runde von Zahlungen an Bewohner und Geschäftsleute an der Golfküste vorbereitet, die wegen der Ölpest Verluste erlitten hätten. Wenn das Geld ausgezahlt sei, seien insgesamt rund 84 Millionen Dollar (69,7 Mio. Euro) an die Menschen in den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida gegangen.

Unzufriedenheit mit Obama

Obama reagierte mit dem Besuch in Louisiana, für den er eine geplante Auslandsreise absagte, auch auf Meinungsumfragen, die zeigen, dass die Menschen zunehmend unzufrieden damit sind, wie der Präsident mit der Krise umgeht. Obama steckt bei seiner Kritik an BP aber in einer Zwickmühle: Um die Probleme zu lösen, ist er auf die gleichen Leute angewiesen, deren Motive er infrage stellt. Die Regierung allein ist nicht in der Lage, das Ölleck im Golf von Mexiko zu schließen.

BP hatte zuletzt einen Absaug-Trichter über die defekte Bohrleitung am Meeresboden gestülpt. Damit werden derzeit laut Allen täglich rund 160.000 Liter Öl aufgefangen, das meiste strömt aber weiterhin ungehindert ins Meer. BP hatte die Hoffnung geäußert, durch Anpassungen an der Absaug-Vorrichtung, die aufgefangene Menge steigern zu können.

An der Küste dringt das ausgelaufene Öl immer weiter in das ökologisch sensible Sumpfland vor, Wellen spülen in immer mehr Regionen schmierige Ölklumpen an die Strände. Betroffen sind die US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida.

Langfristig soll der Ölstrom durch zwei Ersatzbohrungen gestoppt werden, bis dahin werden aber noch zwei Monate vergehen. Insgesamt sollen seit dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April schon zwischen 83 Millionen und 170 Millionen Liter Öl ausgelaufen sein. (APA/apn)

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    90 Prozent des Öl strömen weiter ungehindert ins Meer, die Lage an den Küsten wird zunehmend verzweifelter.

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