Datenverwertung

Handy-Verbindungsdaten sind Goldgrube

5. Juni 2010, 13:24
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    foto: aboutpixel.de/svair

    Die Auswertung von Handydaten kann Netzetreiber zusätzlich bereichern

Hohe kommerzielle Möglichkeiten durch geografische Ortung

Anders als beim Internet werden Mobiltelefon-Daten bisher noch wenig kommerziell genutzt. Angesichts der großen Gewinne, die sich Netzbetreiber erwarten, wird sich das Experten zufolge jedoch bald ändern. "Verbesserungen bei Speicherlösungen, Prozessoren und Algorithmen erlauben heute, diese riesigen Datenmengen auch in großem Maßstab auszuwerten und für Industrie und Wissenschaft nutzbar zu machen", betont Vincent Blondel, Leiter des Instituts für mathematisches Ingenieurswesen an der belgischen Universität Löwen.

Kostbare Information über Aufenthaltsort

Im Gegensatz zu Festnetzdaten lassen sich Handyanrufe einzelnen Personen statt Gruppen wie etwa Familien zuordnen. Handynutzung generiert ständig eine riesige Menge von Daten, die unter anderem über Herkunft, Zielnummer, Art und Dauer der Verbindung Auskunft geben. Besonders relevant ist die Identifikation des gerade verbindenden Sendemasts, dank der ein Telefon zur Zeit des Rufaufbaus innerhalb von einem kleinen Radius geortet werden kann.

Die Auswertung dieser geografischen Information hat laut Blondel die besten Chancen, auf anderen Gebieten ausgenutzt zu werden. Möglich seien etwa Lösungen, die Ressourcen der Gesellschaft besser nutzbar machen. "Man denke an Carsharing. Will ich von Ort A nach B kommen, könnte ich dies als SMS-Nachricht eingeben, während das Handy-GPS meine genaue Lage weiterleitet. In einer Zentrale wird das mit Daten von Menschen übereingestimmt, die sich gerade auf diesem Weg befinden. Diese erhalten die Nachricht", veranschaulicht der Experte.

USA praktiziert bereits zweiseitige Geschäftsmodelle

In den USA, wo es traditionell wenig Regulierung gibt, ist die Nutzung solcher Daten bereits weit fortgeschritten. Ein Umsetzungsbeispiel ist hier die Schätzung des aktuellen Verkehrsaufkommens, die bei Google Maps in größeren Städten integriert ist. Dabei wird ausgewertet, wie intensiv die Aktivität der jeweiligen Antennen ist. "Auch soziale Trends sind aus diesen Daten ablesbar und Marketing oder Stadtplanung profitieren. Für die US-Betreiberfirmen bedeutet das, dass schon heute ein bedeutender Teil ihres Einkommens auf den Datenverkauf zurückgeht", so der belgische Mathematiker.

Höchst relevant sind diese Daten jedoch auch für die Wissenschaft. Blondel und sein Team analysierten Handy-Telefonate von zwei Mio. Belgiern und zeigten, dass Französisch- und Flämischsprecher kaum mit der jeweils anderen Sprachgruppe in Kontakt stehen. Auch die deutschsprachigen Belgier bleiben am Telefon unter sich. "Menschen telefonieren vor allem mit ihren Nachbarn. Je größer die geografische Distanz, desto weniger Kontakt gibt es - auch am Telefon", so Blondel. Weitere Forschungsgebiete seien die Kommunikations- und Mobilitätsforschung, die Erkundung von Virusausbreitungen oder der Katastrophenschutz.

Datenschutz braucht neue Lösungen

Sobald Daten nicht mehr nur auf Gruppen, sondern auf Individuen zurückführbar sind, steigen die Herausforderungen für den Datenschutz enorm. Ein Problem dabei ist, dass Individuen trotz Löschung von Name und Nummer durch Übereinstimmung mit anderen Datenbanken identifiziert werden können. Blondel forscht mit seinem Team an Lösungen, die geografische oder zeitliche Daten unscharf machen sollen. "Jede Gesellschaft muss festlegen, was Betreiberfirmen weitergeben dürfen. Wie Datennutzung und Datenschutz in Einklang gebracht werden können, sollte die Wissenschaft klären", so der Experte. (pte)

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18 Postings
Erleuchter
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19.6.2010, 10:03
Das Loch zu stopfen ist einfach: absolut sichere Verschlüsselung.

Regierungen die den Privaten so etwas verbieten wollen, sind die eigendlichen Terroristen.

Xinf0 - noch nicht allgemein zugänglich - leistet sicheres Encoding und encodiert Teilnehmerspezifisch.

Zugleich werden die Datenvolumen so erheblich reduziert (ohne Datenverlust), daß die Transferzeit vielfach kürzer ist.

Bei jeder Technologie!

stj911.org physics911.net
00
http://derstandard.at/121603505... berwachung

"... In jedem Providernetz soll sich laut ORF-Bericht eine vom Innenministerium zertifizierte "Network Bridge" befinden. Diese dupliziert den Datenverkehr und leitet ihn an einen Ministeriums-Computer an Ort und Stelle weiter, auf dem eine "Sniffer"-Software läuft. In weiterer Folge sollen die so erspähten Daten über eine verschlüsselte Verbindung an das Innenministerium weitergegeben werden. Laut ORF.at gab es bei der Diskussionsveranstaltung an dieser Stelle Kritik der Provider. ..."

Ovis´´
00

Die atomenergie war ja auch eine sooo tolle entdeckung mit der man massen an umweltfreundlicher energie produzieren kann, bis sich diese energie eines tages im august 1945 über hiroshima entlud.

Der vergleich is vllt etwas aus der luft gegriffen aber an das hab ich gerade gedacht als ich mir die zig positiven aspekte des datenhandels durchlesen musste *würg*

Linus Tintifax
01
juhuu

die werbung erreicht die letzten intimzonen der bürger. ich warte schon auf das sprechende kondom, das mich vor dem liebesakt noch schnell über neue verhütungsmittel und körperpflegeprodukte informieren möchte...

Der Teufel
00

Herr X geht oft zum Billa einkaufen.

So z.B. ist er am
14.5.2010 17:34h
16.5.2010 13:24h
19.5.2010 15:24h
an der Kassa und bekommt er einen Rabatt
weil er eine Kundenkarte hat.

Der Billa Deanonymisierungsserver (TM) berechnet aus den Handydaten die ID des Handys und erkennt, dann Herr X öfters mit Frau Y unterwegs ist.

Die Daten ergeben, dass die beiden gerne ins Burgenland fahren.

Herr X bekommt nun freundlicherweise öfters Angebote von Billa Reisen in denen das Honeymoon Hotel im Burgenland beworben wird.

Solche Daten sind natürlich eine Goldgrube.

scrollradl
 
10
deutschsprachige belgier telefonieren hauptsächlich mit deutschspachigen belgiern.

und für diese binsenweisheit braucht man eine studie

Linus Tintifax
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offenbar

das expertentum hat den abgrund der absurdität längst erreicht und kriecht nun auf dessen boden weiter. einfach nur auf die uni gehen, unkritisch abschließen und mit dem erworbenen bildungsbürgerzertifikat helfen, den markt sinnloser dienstleistungen auf touren zu halten. ;-)

Der Teufel
00

Der Artikel ist ein "bisschen" unkritisch.

Mit Werbung im Web müssen wir aber wohl leben.
Location based Werbung könnte theoretisch
recht interessant sein.

Der Maler in der Nähe könnte seine Dienste anbieten. Der Bauer ums Eck könnte seinen selbst gemachten Käse offerieren.

Die Rolle der internationalen Konzerne könnte zu Gunsten von lokalen Anbietern zurückgedrängt werden.

Was natürlich bleibt:
Es geht Google und Co überhaupt nichts an wo ich mich befinde.

Erleuchter
00
19.6.2010, 10:09
Vor allem der Partnerin ist zu verschleiern wo ich gerade turne!

Rent a Democracy
26
Wollen die mich ins Festnetz zurückdrängen?

Freunde, mit solchen Scherzen könnt Ihr mich am Arsch lecken. Immer dran denken, der Vertrag ist schnell abgemeldet, blödes Marketingpack!

Raubmordkopierer
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Vorsicht

Festnetz funktioniert mittlerweile auch schon längst digital. Damit ist sowas auch beim Festnetz kein Problem mehr.

broncoo
00

bei Nutzung des Festnetzes bin ich aber immer daheim und wo ich wohne, wissen sowieso alle, mit denen ich einen Vertrag hab - und die könnens an alle, die sie wollen, weitergeben, ob ICH will, oder nicht :-((

Piratenpartei
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+++ Auch Kommunikations-Inhaltsdaten sind Goldgrube +++

Allerneueste Forschungen kommen zu dem Ergebnis, dass nicht nur die vor einigen Jahren kommerziell freigegebenen Verbindungsdaten, sondern auch die automatisch ausgewerteten Inhaltsdaten sehr große kommerzielle Möglichkeiten bieten.

"Damit könnte beispielsweise das sprunghafte Ansteigen eines Produktnamen in Handygesprächen direktes Feedback für Marketingagenturen liefern", erklärt ein Experte des Forschungsteams, dass die bahnbrechende und nicht zu erwartende Entdeckung gemacht hat. "Darüber hinaus kann nur auf diese Art dem Terrorismus und der Kinderpornographie Einhalt geboten werden."

Das Ministerium für Wahrheit unterstützt diesen Ansatz und räumt auch Datenschutzbedenken aus dem Weg. "Gäbe es damit ein Problem, würden sich ja die Datenschutzrechtler sofort melden.", so der Wahrheitsminister im Interview, "Seit Einführung der Vorratsdatenspeicherung ist von denen aber nichts mehr zu hören."

(Meldung bitte nicht ernstnehmen. Wird erst in einigen Jahren aktuell.)

t 3
 
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interessanter link.

dort sind ja auch gleich ein paar ordentlich kritklose naivlinge unterwegs; frei nach dem motto "wer nix zu verbergen hat"...

waffel
00

habe sofort an diesen artikel gedacht!

jimmy jazz
05
orwell lässt grüßen..

broncoo
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Orwell's "Prophezeihung" leider schon allgegenwärtig :-((

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