Hunderte Menschen vor Hochwasser evakuiert

5. Juni 2010, 12:57
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Auch Bratislava und Kosice betroffen

Bratislava - In der Slowakei sind auch die beiden größten Städte des Landes von Überschwemmungen bedroht. In der ostslowakischen Regionalhauptstadt Kosice mussten nach Angaben des örtlichen Krisenstabes in der Nacht zum Samstag rund 1.500 Menschen vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht werden. Der Fluss Hornad durchbrach einen aus Sandsäcken aufgebauten Schutzdamm und überflutete Teile der zweitgrößten Stadt der Slowakei. In der am Westrand des Landes gelegenen Hauptstadt Bratislava trat die Donau Samstagfrüh über die Ufer. Sie überschwemmte aber zunächst nur Uferpromenaden, Parkplätze und einen Park.

Die wichtigsten Autobahn- und Eisenbahnverbindungen, die das Land von West nach Ost durchqueren, waren an mehreren Stellen unterbrochen, in der Ostslowakei waren ganze Gemeinden auf dem Landweg nicht erreichbar.

Dramatische Lage im Osten

Weiterhin dramatisch war die Lage in der ostslowakischen Region Spis (Zips), wo vor allem Bäche und kleinere Flüsse Städte und Dörfer überschwemmten. Mehrere hundert Menschen mussten evakuiert werden, davon allein 500 aus der Kleinstadt Stara Lubovna (Altlublau), sagten Sprecher der regionalen Krisenstäbe den Medien. Wie viele Menschen insgesamt in Sicherheit gebracht wurden, ist noch nicht bekannt. Auch in der südslowakischen Region um die Stadt Nove Zamky (Neuhäusl) waren am Samstag noch mehrere Gemeinden überflutet.

Der slowakische Premier Robert Fico hatte Freitagabend eine Wahlkampfveranstaltung in Preßburg für die Parlamentswahlen am 12. Juni vorzeitig verlassen, um in die überschwemmten Städte Stara Lubovna und Kezmarok (Kesmark) zu fahren. Samstagfrüh trat die Regierung zu einer Sondersitzung zusammen und beschloss 25 Millionen Euro Soforthilfe für die Betroffenen. Das Ausmaß der Schäden sei noch nicht abschätzbar, gab die Regierung bekannt. Allein in der Landwirtschaft hätten rund 150.000 Hektar bepflanzter Fläche Schaden genommen. (APA)

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